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Gotteswort

13. August 2017


19. Sonntag im Jahreskreis

Die Wege Gottes sind anders als unsere Wege. Gott ist anders zu erfahren als der stürmische Elija erwartet. Gott führt seinen Heilsplan anders weiter als sich dies Israel vorstellen kann. Jesus geht über das todbringende Wasser, Petrus vermag nicht mitzugehen.

Kyrie

Christus, du steigst auf den Berg, um beten. Herr, erbarme dich.
Du rufst den Jüngern zu: Habt Vertrauen! Christus, erbarme dich.
Du bist der Sohn Gottes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen, denn du hast uns an Kindes statt angenommen und uns den Geist deines Sohnes gesandt. Gib, dass wir in diesem Geist wachsen und einst das verheissene Erbe empfangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

1 Kön 19,9a.11–13a

Elija am Gottesberg Horeb

Elija kam zum Gottesberg Horeb. Dort ging er in eine Höhle, um darin zu übernachten. Doch das Wort des Herrn erging an ihn: Was willst du hier, Elija? Er sagte: Mit leidenschaftlichem Eifer bin ich für den Herrn, den Gott der Heere, eingetreten, weil die Israeliten deinen Bund verlassen, deine Altäre zerstört und deine Propheten mit dem Schwert getötet haben. Ich allein bin übrig geblieben und nun trachten sie auch mir nach dem Leben. Der Herr antwortete: Komm heraus und stell dich auf den Berg vor den Herrn! Da zog der Herr vorüber: Ein starker, heftiger Sturm, der die Berge zerriss und die Felsen zerbrach, ging dem Herrn voraus. Doch der Herr war nicht im Sturm. Nach dem Sturm kam ein Erdbeben. Doch der Herr war nicht im Erdbeben. Nach dem Beben kam ein Feuer. Doch der Herr war nicht im Feuer. Nach dem Feuer kam ein sanftes, leises Säuseln. Als Elija es hörte, hüllte er sein Gesicht in den Mantel, trat hinaus und stellte sich an den Eingang der Höhle.

Gott erfahrbar im Schweigen

Elija hatte für Gott geeifert. Ohne Sünde von Sündern zu unterscheiden, hatte er die Baalspriester abschlachten lassen. Nun ist er auf der Flucht vor der Rache einer Königin. Er muss sich die Frage stellen, wer Gott wirklich ist. Er macht eine Gotteserfahrung: Gott ist nicht ein Sturm- und Wettergott, wie ihn die Heiden sich vorstellen. Während ein leichter Lufthauch säuselt, geht Elija auf, dass Gott im Schweigen, in der Armut und in der Schwachheit erfahrbar ist. (Frisque, Schott)

Antwortspalm

Psalm 85, 9–14


R: Erweise uns, Herr, deine Huld und gewähre uns dein Heil!


Ich will hören, was Gott redet:
Frieden verkündet der Herr
seinem Volk und seinen Frommen,
Sein Heil ist denen nahe, die ihn fürchten.
Seine Herrlichkeit wohne in unserm Land.

Es begegnen einander Huld und Treue;
Gerechtigkeit und Friede küssen sich.
Treue sprosst aus der Erde hervor;
Gerechtigkeit blickt vom Himmel hernieder.

Auch spendet der Herr dann Segen
und unser Land gibt seinen Ertrag.
Gerechtigkeit geht vor ihm her
und Heil folgt der Spur seiner Schritte.

2. Lesung

Röm 9,1–5

Paulus und Israel

Ich sage in Christus die Wahrheit und lüge nicht und mein Gewissen bezeugt es mir im Heiligen Geist: Ich bin voll Trauer, unablässig leidet mein Herz. Ja, ich möchte selber verflucht und von Christus getrennt sein um meiner Brüder willen, die der Abstammung nach mit mir verbunden sind. Sie sind Israeliten; damit haben sie die Sohnschaft, die Herrlichkeit, die Bundesordnungen, ihnen ist das Gesetz gegeben, der Gottesdienst und die Verheissungen, sie haben die Väter und dem Fleisch nach entstammt ihnen der Christus, der über allem als Gott steht, er ist gepriesen in Ewigkeit. Amen.

Der Heilsplan Gottes

Nach Gottes Heilsplan sollte der Messias in die Geschichte seines Volkes eintreten. Der „neue Weg“, den Jesus brachte, sollte die Geschichte des Bundesvolkes weiterführen. Darum haben ja die Christen die heiligen Bücher Israels ohne Abstriche übernommen. Aber das alte Bundesvolk hielt sich auf Grund seiner einzigartigen, von Paulus anerkannten, Erwählung, den andern überlegen und sonderte sich von ihnen ab. Als Jesus diesen Hochmut seines Volkes angriff, wurde er von seinen Volksgenossen verworfen. Diese Verwerfung dauerte zur Zeit des Paulus an. Er leidet darunter sehr.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ich hoffe auf den Herrn, ich warte voll Vertrauen auf sein Wort. Halleluja.

Evangelium

Mt 14,22–33

Das Gebet Jesu – Sein Gang über die Wasser

Nachdem Jesus die Menge gespeist hatte, forderte er die Jünger auf, ins Boot zu steigen und an das andere Ufer vorauszufahren. Inzwischen wollte er die Leute nach Hause schicken. Nachdem er sie weggeschickt hatte, stieg er auf einen Berg, um in der Einsamkeit zu beten. Spät am Abend war er immer noch allein auf dem Berg.

Das Boot aber war schon viele Stadien vom Land entfernt und wurde von den Wellen hin und her geworfen; denn sie hatten Gegenwind. In der vierten Nachtwache kam Jesus zu ihnen; er ging auf dem See. Als ihn die Jünger über den See kommen sahen, erschraken sie, weil sie meinten, es sei ein Gespenst, und sie schrien vor Angst. Doch Jesus begann mit ihnen zu reden und sagte: Habt Vertrauen, ich bin es; fürchtet euch nicht! Darauf erwiderte ihm Petrus: Herr, wenn du es bist, so befiehl, dass ich auf dem Wasser zu dir komme. Jesus sagte: Komm! Da stieg Petrus aus dem Boot und ging über das Wasser auf Jesus zu. Als er aber sah, wie heftig der Wind war, bekam er Angst und begann unterzugehen. Er schrie: Herr, rette mich! Jesus streckte sofort die Hand aus, ergriff ihn und sagte zu ihm: Du Kleingläubiger, warum hast du gezweifelt? Und als sie ins Boot gestiegen waren, legte sich der Wind. Die Jünger im Boot aber fielen vor Jesus nieder und sagten: Wahrhaftig, du bist Gottes Sohn.

Schritte, die nur im Vertrauen möglich sind

Jesus will nicht nach den Wünschen des Volkes ein Brotkönig sein, sondern er weiss aus dem Gebet, zu dem er auf den Berg in die Einsamkeit steigt, dass er die Jünger heranbilden soll, vor allem den Petrus. Der Gang über das Wasser versinnbildet in der biblischen Tradition, die Kraft über den Chaosmächten des Bösen und des Todes zu stehen. Dafür fehlen Petrus noch der feste Glauben und das volle Vertrauen in Jesus. Solches Vertrauen ist ein Wagnis, und wir wundern uns nicht über die Furcht des Petrus. Die Jünger reagieren auf den Gang über den See bei Markus mit Entsetzen, bei Johannes mit Freude, bei Matthäus mit Anbetung.

Fürbitten

Christus, du stehst über den drohenden Mächten der Welt. Wir bitten dich:

  • Für die Getauften: Steh ihnen bei und wecke ihr Vertrauen.
  • Für die Verantwortlichen in der Kirche: Nimm von ihnen allen Kleinmut.
  • Für die Regierenden: Hilf ihnen bei der Sorge um das tägliche Brot der Völker.
  • Für dein Volk Israel: Zeige dich ihm als der Messias Gottes.
  • Für die Kranken und Sterbenden: Reiche ihnen deine rettende Hand.
  • Für uns selber: Führe uns, wenn es stürmt und dunkel ist, zur Begegnung mit dir.

Denn du, Herr, bist in unserer Mitte, wenn wir in deinem Namen versammelt sind. Dir und dem Vater sei Lob und Dank, im Heiligen Geist, heute und in Ewigkeit.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, wir haben den Leib und das Blut deines Sohnes empfangen. Das heilige Sakrament bringe uns Heil, es erhalte uns in der Wahrheit und sei unser Licht in der Finsternis. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.