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Gotteswort

18. Juli 2017


Dienstag der 15. Woche im Jahreskreis

Zum Leben gehören meist gute und böse Tage. Man kann selten mit 100 Prozent Sicherheit rechnen. Die erste Lesung spricht heute von Lebensgefahr und Rettung. Im Evangelium warnt Jesus vor übertriebener Selbstsicherheit.

Kyrie

Christus, du bist als neuer Mose der Retter deines Volkes. Herr, erbarme dich.
Du warnst vor Hartherzigkeit und Unglauben. Christus, erbarme dich.
Du siehst den Tag des Gerichts kommen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, dir verdanken wir unsere Freiheit und unser Heil, denn du hast uns durch das kostbare Blut deines Sohnes erlöst. Lass uns aus deiner Kraft leben und unter deinem beständigen Schutz geborgen sein. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ex 2,1–15a

Kindheit und Jugend des Mose

Ein Mann aus einer levitischen Familie ging hin und nahm eine Frau aus dem gleichen Stamm. Sie wurde schwanger und gebar einen Sohn. Weil sie sah, dass es ein schönes Kind war, verbarg sie es drei Monate lang.

Als sie es nicht mehr verborgen halten konnte, nahm sie ein Binsenkästchen, dichtete es mit Pech und Teer ab, legte den Knaben hinein und setzte ihn am Nilufer im Schilf aus. Seine Schwester blieb in der Nähe stehen, um zu sehen, was mit ihm geschehen würde.

Die Tochter des Pharao kam herab, um im Nil zu baden. Ihre Dienerinnen gingen unterdessen am Nilufer auf und ab. Auf einmal sah sie im Schilf das Kästchen und liess es durch ihre Magd holen. Als sie es öffnete und hineinsah, lag ein weinendes Kind darin. Sie bekam Mitleid mit ihm und sie sagte: Das ist ein Hebräerkind.

Da sagte seine Schwester zur Tochter des Pharao: Soll ich zu den Hebräerinnen gehen und dir eine Amme rufen, damit sie dir das Kind stillt? Die Tochter des Pharao antwortete ihr: Ja, geh! Das Mädchen ging und rief die Mutter des Knaben herbei. Die Tochter des Pharao sagte zu ihr: Nimm das Kind mit und still es mir! Ich werde dich dafür entlohnen. Die Frau nahm das Kind zu sich und stillte es.

Als der Knabe grösser geworden war, brachte sie ihn der Tochter des Pharao. Diese nahm ihn als Sohn an, nannte ihn Mose und sagte: Ich habe ihn aus dem Wasser gezogen.

Die Jahre vergingen und Mose wuchs heran. Eines Tages ging er zu seinen Brüdern hinaus und schaute ihnen bei der Fronarbeit zu. Da sah er, wie ein Ägypter einen Hebräer schlug, einen seiner Stammesbrüder. Mose sah sich nach allen Seiten um, und als er sah, dass sonst niemand da war, erschlug er den Ägypter und verscharrte ihn im Sand.

Als er am nächsten Tag wieder hinausging, sah er zwei Hebräer miteinander streiten. Er sagte zu dem, der im Unrecht war: Warum schlägst du deinen Stammesgenossen? Der Mann erwiderte: Wer hat dich zum Aufseher und Schiedsrichter über uns bestellt? Meinst du, du könntest mich umbringen, wie du den Ägypter umgebracht hast? Da bekam Mose Angst und sagte: Die Sache ist also bekannt geworden.

Der Pharao hörte von diesem Vorfall und wollte Mose töten; Mose aber entkam ihm. Er wollte in Midian bleiben.

Die Rettung des künftigen Retters Mose

Die Kindheitserzählung des Mose ist jener des Königs Sargon von Akkad nachgebildet. Motive wie „reiches Ägypten und arme Hebräer“ und „Rettung des kommenden Retters“ finden sich auch in der Geschichte vom ägyptischen Josef. Das Kind wird in einem „Kasten“ gerettet wie früher Noach aus der Sintflut. Es erhält von der Ägypterin den Namen „Mose“ (ägyptisch für „Sohn“, vgl. Tutmose – hebräisch für aus dem Wasser „gezogen“). Bevor er Befreier Israels werden kann, muss Mose selber von Gott befreit werden. Gott geht es um die Befreiung der Unterdrückten. Im zweiten Teil wird berichtet, wie der junge, gut ausgebildete Mose einen ersten Befreiungsschlag verübt. Es ist ein kontraproduktiver Akt der Gewalt. Mose hat dazu keinen Auftrag Gottes. – Christen denken an die Erlösung durch das Wasser der Taufe und an Jesus als Befreier. (vgl. Stuttgarter AT)

Antwortspalm

Psalm 69,3.14.30–34


R: Ihr Gebeugten, suchet den Herrn; euer Herz lebe auf!


Ich bin in tiefem Schlamm versunken
und habe keinen Halt mehr;
ich geriet in tiefes Wasser,
die Strömung reisst mich fort.

Ich aber bete zu dir,
Herr, zur Zeit der Gnade.
Erhöre mich in deiner grossen Huld,
Gott, hilf mir in deiner Treue!

Ich aber bin elend und voller Schmerzen;
doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.
Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied,
in meinem Danklied ihn preisen.

Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!
Denn der Herr hört auf die Armen,
er verachtet die Gefangenen nicht.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Wenn ihr heute seine Stimme hört, verhärtet nicht euer Herz! Halleluja.

Evangelium

Mt 11, 20–24

Vom Gericht über die galiläischen Städte

Dann begann Jesus den Städten, in denen er die meisten Wunder getan hatte, Vorwürfe zu machen, weil sie sich nicht bekehrt hatten:

Weh dir, Chorazin! Weh dir, Betsaida! Wenn einst in Tyrus und Sidon die Wunder geschehen wären, die bei euch geschehen sind – man hätte dort in Sack und Asche Busse getan. Ja, das sage ich euch: Tyrus und Sidon wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie euch.

Und du, Kafarnaum, meinst du etwa, du wirst bis zum Himmel erhoben? Nein, in die Unterwelt wirst du hinabgeworfen. Wenn in Sodom die Wunder geschehen wären, die bei dir geschehen sind, dann stünde es noch heute. Ja, das sage ich euch: Dem Gebiet von Sodom wird es am Tag des Gerichts nicht so schlimm ergehen wie dir.

Vorwürfe an die galiläischen Städte

Wie frühere Propheten macht Jesus den Städten Vorwürfe. Im Vergleich zu den galiläischen Dörfern sind die Städte reich. Jesus lässt sich davon nicht beeindrucken. Wie er weiss, sind an solchen Orten Hochmut, Selbstsicherheit und Verkommenheit noch grösser als in typisch heidnischen und sprichwörtlich sündigen Städten. Auch „Wunder“ richten nichts aus. Doch klar ist, dass Stadtbewohner einen neuen Weg in Gemeinschaft mit Jesus gehen könnten. – Für die Christen wird die neue Stadt Jerusalem als die grosse Vision von Gemeinschaft mit Gott und unter den Mensch erscheinen. (vgl. Frique)

Fürbitten

Herr Jesus Christus. Du warnst uns, weil du uns liebst. Wir bitten dich:

  • Verzeihe die Sünden gegen ungeborenes Leben und stärke Eltern und Erzieher.
  • Wecke die Bereitschaft zum Frieden zwischen den verschiedenen Völkerschaften.
  • Hilf den Christen, die Fügungen des Lebens mit gläubigen Augen zu sehen.
  • Erneuere durch die Feier der Eucharistie unsern Sinn für die Gemeinschaft.

Gott, unser Vater, du befreist die Menschen von der Macht des Bösen. Die Feier von Tod und Auferstehung deines Sohnes mache uns zu treuen Zeugen für sein Evangelium. Darum bitten wir, im Heiligen Geist, durch ihn, Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, wir danken dir für die heilige Gabe. Lass deine Heilsgnade in uns wachsen, sooft wir diese Speise empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.