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Gotteswort

18. August 2017


Freitag der 19. Woche im Jahreskreis

Beide Lesungen sprechen heute ausdrücklich oder einschlussweise von einem Bund. Die erste Lesung erinnert an eine Versammlung aller Stämme Israels. Auf ihr wurde das am Sinai begründete Bundesverhältnis mit Gott auf alle Stämme übertragen. Zunächst schildert Josua Gottes Heilstaten für sein Volk. – Das Evangelium handelt vom Verhältnis zwischen Mann und Frau in der Ehe. Jesus erneuert und verteidigt dieses Bundesverhältnis.

Kyrie

Christus, Du offenbarst, dass Gott die Liebe ist. Herr, erbarme dich.
Du bist der vielgeliebte Sohn des Vaters. Christus, erbarme dich.
In deiner Hingabe am Kreuz hast du den neuen Bund geschlossen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du liebst deine Geschöpfe, und es ist deine Freude, bei den Menschen zu wohnen. Gib uns ein neues Herz, das bereit ist, dich aufzunehmen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herr und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jos 24,1–13

Die Versammlung des Volkes in Sichem

Josua versammelte alle Stämme Israels in Sichem; er rief die Ältesten Israels, seine Oberhäupter, Richter und Listenführer zusammen und sie traten vor Gott hin. Josua sagte zum ganzen Volk: So spricht der Herr, der Gott Israels: Jenseits des Stroms wohnten eure Väter von Urzeiten an [Terach, der Vater Abrahams und der Vater Nahors] und dienten anderen Göttern. Da holte ich euren Vater Abraham von jenseits des Stroms und liess ihn durch das ganze Land Kanaan ziehen. Ich schenkte ihm zahlreiche Nachkommenschaft und gab ihm Isaak. Dem Isaak gab ich Jakob und Esau und ich verlieh Esau das Bergland Seïr, damit er es in Besitz nahm. Jakob aber und seine Söhne zogen nach Ägypten hinab. Dann sandte ich Mose und Aaron und strafte Ägypten durch das, was ich in Ägypten tat. Danach habe ich euch herausgeführt [ich führte eure Väter heraus] aus Ägypten und ihr seid ans Meer gekommen. Die Ägypter aber verfolgten eure Väter mit Wagen und Pferden bis zum Schilfmeer. Da schrien eure Väter zum Herrn und er legte zwischen euch und die Ägypter eine Finsternis und liess das Meer über sie kommen, sodass es sie überflutete. Mit eigenen Augen habt ihr gesehen, was ich in Ägypten getan habe. Dann habt ihr euch lange in der Wüste aufgehalten. Ich brachte euch in das Land der Amoriter, die jenseits des Jordan wohnten. Sie kämpften mit euch, aber ich gab sie in eure Gewalt; ihr habt ihr Land in Besitz genommen und ich habe sie euretwegen vernichtet. Dann erhob sich der König Balak von Moab, der Sohn Zippors, und kämpfte gegen Israel. Er schickte Boten zu Bileam, dem Sohn Beors, und liess ihn rufen, damit er euch verflucht. Ich aber wollte keinen Fluch von Bileam hören. Darum musste er euch segnen und ich rettete euch aus seiner Gewalt. Dann habt ihr den Jordan durchschritten und seid nach Jericho gekommen; die Bürger von Jericho kämpften gegen euch, ebenso die Amoriter, die Perisiter, die Kanaaniter, die Hetiter, die Girgaschiter, die Hiwiter und die Jebusiter und ich gab sie in eure Gewalt. Ich habe Panik vor euch hergeschickt. Sie trieb sie vor euch her [die beiden Könige der Amoriter]; das geschah nicht durch dein Schwert und deinen Bogen. Ich gab euch ein Land, um das ihr euch nicht bemüht hattet, und Städte, die ihr nicht erbaut hattet. Ihr habt in ihnen gewohnt und ihr habt von Weinbergen und Ölbäumen gegessen, die ihr nicht gepflanzt hattet.

Das Bundesvolk und der Bundesgott

In Sichem (wo Gott einst, erstmals in diesem Land, Abraham erschien) schliessen sich die verschiedenen Stämme unter Josua zusammen. Dieser gibt in seiner Ansprache einen Überblick über die Geschichte des Verhältnisses zwischen Gott, dem Retter und Helfer, und seinem Volk. Dieses Geschehen soll sich dem Gedächtnis einprägen: 1. Israel verdankt seine Existenz Jahwe. 2. Er befreite es von falschen Göttern (von Ur in Chaldäa; von Ägypten; von Kanaan). 3. Jedesmal wurde Wasser überschritten (Eufrat; Schilfmeer; Jordan). Der Sinai wird nicht erwähnt, wohl weil damals nicht alle Stämme beteiligt waren. Morgen werden die Konsequenzen oder Verpflichtungen des Bundes aufgezeigt werden. (vgl. Stuttgarter AT)

Antwortspalm

Psalm 136, 1–3.16-18.21-23


R: Danket dem Herrn, denn er ist gütig, denn seine Huld währt ewig.


Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
denn seine Huld währt ewig!
Danket dem Gott aller Götter,
danket dem Herrn aller Herren,
denn seine Huld währt ewig.
Der sein Volk durch die Wüste führte,
denn seine Huld währt ewig.
Der grosse Könige schlug
und mächtige Könige tötete,
denn seine Huld währt ewig.
Der ihr Land zum Erbe gab,
denn seine Huld währt ewig.
Der es Israel gab, seinem Knecht,
der an uns dachte in unsrer Erniedrigung.
denn seine Huld währt ewig.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Nehmt das Wort Gottes an, nicht als Menschenwort, sondern – was es in Wahrheit ist – als Wort Gottes. Halleluja.

Evangelium

Mt 19,3–12

Von Ehescheidung und Ehelosigkeit

Es kamen Pharisäer zu ihm, die ihm eine Falle stellen wollten, und fragten: Darf man seine Frau aus jedem beliebigen Grund aus der Ehe entlassen? Er antwortete: Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer die Menschen am Anfang als Mann und Frau geschaffen hat und dass er gesagt hat: Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein? Sie sind also nicht mehr zwei, sondern eins. Was aber Gott verbunden hat, das darf der Mensch nicht trennen. Da sagten sie zu ihm: Wozu hat dann Mose vorgeschrieben, dass man (der Frau) eine Scheidungsurkunde geben muss, wenn man sich trennen will? Er antwortete: Nur weil ihr so hartherzig seid, hat Mose euch erlaubt, eure Frauen aus der Ehe zu entlassen. Am Anfang war das nicht so. Ich sage euch: Wer seine Frau entlässt, obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt, und eine andere heiratet, der begeht Ehebruch.

Da sagten die Jünger zu ihm: Wenn das die Stellung des Mannes in der Ehe ist, dann ist es nicht gut zu heiraten. Jesus sagte zu ihnen: Nicht alle können dieses Wort erfassen, sondern nur die, denen es gegeben ist. Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht – um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es.

Unauflösliche Liebe

Jesus akzeptiert die damals leichte Scheidungs– oder Entlassungspraxis (zu Ungunsten der Frauen) nicht. Er verweist auf den Schöpfer. Mit prophetisch starken Worten setzt er sich für die Unauflöslichkeit der Ehe ein, ohne sich auf eine gesetzliche Regelung von Ausnahmefällen einzulassen. Später werden die Gemeinde des Matthäus und des Paulus vor solchen Fragen stehen. Die Einfügung „obwohl kein Fall von Unzucht vorliegt“ bedeutet, dass die Gemeinde des Matthäus praktisch der Schule Schammais, eines berühmten Schriftgelehrten jener Zeit, folgte, also nicht aus jedem beliebeigen Grund (wie Hillel lehrte) eine Ausnahme erlaubte. – Den erstaunten Jüngern erklärt Jesus, dass ein Mensch seine Erfüllung auch ohne die Partnerschaft in der Ehe finden kann. Vielleicht wurden Jesus oder bestimmte Jünger als „Eunuchen“ beschimpft. (vgl. Stuttgarter NT)

Fürbitten

Christus, du zeigst den Weg des Lebens und der Liebe. Wir bitten dich:

  • Für die Priester und Ordensleute, dass sie durch ihr eheloses Leben Zeugnis für dich geben.
  • Für die Regierenden, dass sie den Familien einen gesunden Lebensraum schaffen.
  • Für die Eheleute, dass sie einander in Liebe treu verbunden bleiben.
  • Für unsere Gemeinschaft und alle, die ihr verbunden sind: Erneuere uns in deiner Liebe.

Christus, du zeigst uns, dass deine Liebe grösser ist als das Versagen der Menschen. Mache uns dankbar für deine Liebe, der du lebst und herrschest in alle Ewigkeit.

Schlussgebet

Gütiger Gott, bewahre dem Volk der Erlösten deine Liebe und Treue. Das Leiden deines Sohnes hat uns gerettet; sein Geist, der von dir ausgeht, führe uns den rechten Weg. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.