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Gotteswort

22. Juni 2017


Donnerstag der 11. Woche im Jahreskreis

Himmlisches und Irdisches finden sich in den heutigen Lesungen verknüpft. Das Gebet des Herrn beginnt in der Unendlichkeit Gottes und steigt ab bis in das Elend von Menschen. Doch Gott ist auch in der Tiefe mit uns und ermöglicht den Aufstieg zu ihm. – Paulus beurteilt akute Probleme des Alltags in seiner Gemeinde im Licht des Glaubens.

Hl. Paulinus (g)

Bischof von Nola

Paulinus von Nola stammte aus vornehmer christlicher Familie in Bordeaux, erhielt eine gute geistliche und weltliche Bildung, übernahm höchste Staatsämter und gründete eine Familie. Nach seiner Taufe lebten er und seine Frau Theresia ein mönchisches Leben. Er wurde Priester und dann Bischof in Süditalien. Sein Vorbild erregte Bewunderung. Er war wohltätig, pflegte die Gastfreundschaft und hielt auch literarischen Kontakt (33 Gedichte sind erhalten) mit Geistesmännern seiner Zeit. + 431.

Hl. John Fischer (g)

Bischof von Rochester

John Fisher studierte in Canterbury, wurde Bischof von Rochester und zeichnete sich aus durch einfache Lebensweise, durch eifrige Hirtensorge und durch seine schriftstellerische Tätigkeit.

Hl. Thomas Morus (g)

Lordkanzler, Märtyrer

Thomas Morus studierte in Oxford, gründete eine Familie und wurde Kanzler des Königs. Er zeichnete sich aus durch durch sein Familienleben, das auch von Heiterkeit geprägt war, und durch politische und religiöse Schriften.
Fisher und Mor weigerten sich, die Ehescheidung Heinrich VIII. zu anerkennen und wurden 1535 hingerichtet.

Kyrie

Christus, du lehrst uns beten. Herr, erbarme dich.
Du lehrst uns, gemeinsam den Vater zu ehren. Christus, erbarme dich.
Du lehrst uns, um alles zu bitten, was wir zum Leben brauchen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, wir dürfen dich Vater nennen, denn du hast uns an Kindes Statt angenommen. Gib, dass wir mehr und mehr aus dem Geist der Kindschaft leben, damit wir die wahre Freiheit finden und das unvergängliche Erbe erlangen. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

2 Kor 11,1–11

Die Selbstlosigkeit des Apostels

Lasst euch doch ein wenig Unverstand von mir gefallen! Aber das tut ihr ja. Denn ich liebe euch mit der Eifersucht Gottes; ich habe euch einem einzigen Mann verlobt, um euch als reine Jungfrau zu Christus zu führen. Ich fürchte aber, wie die Schlange einst durch ihre Falschheit Eva täuschte, könntet auch ihr in euren Gedanken von der aufrichtigen und reinen Hingabe an Christus abkommen.

Ihr nehmt es ja offenbar hin, wenn irgendeiner daherkommt und einen anderen Jesus verkündigt, als wir verkündigt haben, wenn ihr einen anderen Geist empfangt, als ihr empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, als ihr angenommen habt.

Ich denke doch, ich stehe den Überaposteln keineswegs nach. Im Reden mag ich ein Stümper sein, aber nicht in der Erkenntnis; wir haben sie euch in keiner Weise und in keinem Fall vorenthalten.

Oder habe ich einen Fehler gemacht, als ich, um euch zu erhöhen, mich selbst erniedrigte und euch das Evangelium Gottes verkündete, ohne etwas dafür zu nehmen?

Andere Gemeinden habe ich ausgeplündert und Geld von ihnen genommen, um euch dienen zu können. Aber als ich zu euch kam und in Schwierigkeiten geriet, bin ich niemand zur Last gefallen; was ich zu wenig hatte, ergänzten die Brüder, die aus Mazedonien kamen. Ich habe also darauf Wert gelegt, euch in keiner Weise zur Last zu fallen, und werde auch weiterhin darauf Wert legen.

So gewiss die Wahrheit Christi in mir ist: diesen Ruhm wird mir im Gebiet von Achaia niemand nehmen. Warum? Liebe ich euch etwa nicht? Gott weiss es.

Die Selbstlosigkeit des Apostels

Paulus liebte die von ihm gegründete Gemeinde von Korinth und diese ihn. Doch Judaisten versuchten diese Liebe der Gemeinde mit verschiedenen Vorwürfen gegen den Apostel auszuhöhlen. Paulus verteidigt sich engagiert, ja heftig. Er vergleicht die Gemeinde von Korinth mit einer geliebten Braut, die Christus allein gehört. Schon die Propheten hatten das Volk gern als (oft untreue) Braut Gottes gesehen. Paulus geht zurück bis auf Eva, die erste Braut, die von Satan verführt wurde. Dessen üble Rolle wird jetzt von den Gegnern des Paulus gespielt. (Anschliessend an unseren Text erklärt Paulus sie denn auch als getarnte Teufel.) Paulus selber hat seinen Dienst als Verantwortlicher für diese Gemeinde uneigennützig geleistet hat. (vgl. Frisque; Schott)

Antwortspalm

Psalm 111,1–4.7-8


R: Treu und gerecht ist der Herr.


Den Herrn will ich preisen von ganzem Herzen
im Kreis der Frommen, inmitten der Gemeinde.
Gross sind die Werke des Herrn,
kostbar allen, die sich an ihnen freuen.

Er waltet in Hoheit und Pracht,
seine Gerechtigkeit hat Bestand für immer.
Er hat ein Gedächtnis an seine Wunder gestiftet,
der Herr ist gnädig und barmherzig.

Die Werke seiner Hände sind gerecht und beständig,
all seine Gebote sind verlässlich.
Sie stehen fest für immer und ewig,
geschaffen in Treue und Redlichkeit.

Ruf vor dem Evangelium

Evangelium

Mt 6,7–15

Jesus lehrt beten

Jesus sagte zu seinen Jüngern: Wenn ihr betet, sollt ihr nicht plappern wie die Heiden, die meinen, sie werden nur erhört, wenn sie viele Worte machen. Macht es nicht wie sie; denn euer Vater weiss, was ihr braucht, noch ehe ihr ihn bittet. So sollt ihr beten:

Unser Vater im Himmel,
dein Name werde geheiligt,
dein Reich komme
dein Wille geschehe
wie im Himmel, so auf der Erde.
Gib uns heute das Brot, das wir brauchen.
Und erlass uns unsere Schulden,
wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern rette uns vor dem Bösen.

Denn wenn ihr den Menschen ihre Verfehlungen vergebt, dann wird euer himmlischer Vater auch euch vergeben. Wenn ihr aber den Menschen nicht vergebt, dann wird euch euer Vater eure Verfehlungen auch nicht vergeben.

So sollt ihr beten

Jesus führt die Bergpredigt weiter und lehrt uns beten. Gott ist „mysterium tremendum et fascinosum (ehrfurchtgebietendes und faszinierendes Geheimnis)“ (R. Otto). In unserem Gebet sollte sich zeigen, dass wir die Spannweite des göttlichen Geheimnisses ahnen. Soweit es in unseren Kräften liegt, werden wir in der Schule Christi den Sinn für die erhabene Heiligkeit Gottes pflegen, vor allem aber den Sinn für seine Väterlichkeit und seine Zuwendung zu uns, die auch unser Zusammenleben und die Tagessorgen einschliesst.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, in deinem Geist rufen wir zum Vater:

  • Erneuere in den Getauften den Sinn für die Gotteskindschaft.
  • Lehre die Völker, nach deinem Willen im Frieden zu leben.
  • Hilf allen Menschen, ihr tägliches Brot zu verdienen.
  • Verzeihe uns und allen Sündern jede Schuld.

Gott, du hast uns Menschen erschaffen, übe Barmherzigkeit mit uns, die wir uns verfehlen, und schenke uns das Licht und die Kraft des Heiligen Geistes. Darum bitten wir durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, die heilende Kraft dieses Sakramentes befreie uns von allem verkehrten Streben und führe uns auf den rechten Weg. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.