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Gotteswort

24. Juni 2017


Geburt des hl. Johannes des Täufers (+H)

Heute wird die Geburt Johannes des Täufers, heute in sechs Monaten die Geburt Jesu gefeiert. Lukas spricht im Kontext der Neugeborenen beide Male von Engelsbotschaften. Johannes und Jesus, der alte und der neue Bund, sind verschieden und doch aufeinander bezogen wie Winter- und Sommer-Sonnenwende, wie Anfang und Gipfelpunkt eines Weges, den wir mitgehen. Beide Termine sind Tage herzlicher Freude. Beide Tage lassen gleichzeitig etwas Neues erahnen, das aber nur unter Wehen kommen wird.

Kyrie

Christus, Johannes hat dir den Weg bereitet. Herr, erbarme dich.
Johannes hat dich das Lamm Gottes genannt. Christus, erbarme dich.
Du hast dich von Johannes taufen lassen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du hast den heiligen Johannes den Täufer berufen, das Volk des Alten Bundes Christus, seinem Erlöser, entgegen zu führen. Schenke deiner Kirche die Freude im Heiligen Geist und führe alle, die an dich glauben, auf dem Weg des Heiles und des Friedens. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 49,1–6

Der Gottesknecht

Hört auf mich, ihr Inseln, merkt auf, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich schon im Mutterleib berufen; als ich noch im Schoss meiner Mutter war, hat er meinen Namen genannt. Er machte meinen Mund zu einem scharfen Schwert, er verbarg mich im Schatten seiner Hand. Er machte mich zum spitzen Pfeil und steckte mich in seinen Köcher. Er sagte zu mir: Du bist mein Knecht, Israel, an dem ich meine Herrlichkeit zeigen will. Ich aber sagte: Vergeblich habe ich mich bemüht, habe meine Kraft umsonst und nutzlos vertan. Aber mein Recht liegt beim Herrn und mein Lohn bei meinem Gott. Jetzt aber hat der Herr gesprochen, der mich schon im Mutterleib zu seinem Knecht gemacht hat, damit ich Jakob zu ihm heimführe und Israel bei ihm versammle. So wurde ich in den Augen des Herrn geehrt und mein Gott war meine Stärke. Und er sagte: Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, nur um die Stämme Jakobs wieder aufzurichten und die Verschonten Israels heimzuführen. Ich mache dich zum Licht für die Völker; damit mein Heil bis an das Ende der Erde reicht.

Vom Kommen des Gottesknechts

Mit diesem Abschnitt beginnt bei Jesaja das zweite Lied vom Gottesknecht. Zuvor hielt Jesaja Ausschau nach verheissungsvollen Zeichen der Zeit. Jetzt kündet er ein Eingreifen Gottes in der Geschichte an. Gott wird etwas radikal Neues in die Wege leiten. Er wird einen „Knecht“ berufen. Diese Gestalt (eine Personifikation Israels und mehr) wird eine Wende bringen. Er wird das zerstreute Volk Israel sammeln. Er wird allen Völkern Licht und Heil bringen. – Die ersten Christen haben in diesem Gottesknecht den Umkehrprediger Johannes und vor allem Christus selber gesehen, auf den Johannes hinweisen wird.

Antwortspalm

Psalm 139, 1–3.13–15


R: Ich danke dir, Herr, dass ich so wunderbar gestaltet bin.


Herr, du hast mich erforscht und du kennst mich.
Ob ich sitze oder stehe, du weisst von mir.
Von fern erkennst du meine Gedanken.
Ob ich gehe oder ruhe, es ist dir bekannt;
du bist vertraut mit all meinen Wegen.

Denn du hast mein Inneres geschaffen,
mich gewoben im Schoss meiner Mutter.
Ich danke dir,
dass du mich so wunderbar gestaltet hast.
Ich weiss: Staunenswert sind deine Werke.

Als ich geformt wurde im Dunkeln,
kunstvoll gewirkt in den Tiefen der Erde,
waren meine Glieder dir nicht verborgen.

2. Lesung

Apg 13,16.22–26

Der Vorläufer des davidischen Messias

In der Synagoge von Antiochia in Pisidien sagte Paulus: Gott erweckte seinem Volk David zum König, von dem er bezeugte: Ich habe David, den Sohn des Isai, als einen Mann nach meinem Herzen gefunden, der alles, was ich will, vollbringen wird. Aus seinem Geschlecht hat Gott dem Volk Israel, der Verheissung gemäss, Jesus als Retter geschickt. Vor dessen Auftreten hat Johannes dem ganzen Volk Israel Umkehr und Taufe verkündigt. Als Johannes aber seinen Lauf vollendet hatte, sagte er: Ich bin nicht der, für den ihr mich haltet; aber seht, nach mir kommt einer, dem die Sandalen von den Füssen zu lösen ich nicht wert bin. Brüder, ihr Söhne aus Abrahams Geschlecht und ihr Gottesfürchtigen! Uns wurde das Wort dieses Heils gesandt.

Der Vorläufer des Messias

Paulus wendet sich auf seinen Missionsreisen zuerst an die Juden. Er erinnert sie speziell an David und die messianischen Verheissungen, die ihm Gott gemacht hat. Dann verkündet er den Davidssohn Jesus. Paulus weist darauf hin, dass Johannes sich nur als Vorläufer des Messias verstanden hat. Für die Hörer ist eine neue Zeit angebrochen.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Du Kind wirst Prophet des Höchsten heissen: denn du wirst dem Herrn vorangehen und ihm den Weg bereiten Halleluja.

Evangelium

Lk 1,57–66. 80

Geburt und Namengebung des Johannes

Für Elisabet kam die Zeit der Niederkunft und sie brachte einen Sohn zur Welt. Ihre Nachbarn und Verwandten hörten, welch grosses Erbarmen der Herr ihr erwiesen hatte, und freuten sich mit ihr. Am achten Tag kamen sie zur Beschneidung des Kindes und wollten ihm den Namen seines Vaters Zacharias geben. Seine Mutter aber widersprach ihnen und sagte: Nein, er soll Johannes heissen. Sie antworteten ihr: Es gibt doch niemand in deiner Verwandtschaft, der so heisst. Da fragten sie seinen Vater durch Zeichen, welchen Namen das Kind haben solle. Er verlangte ein Schreibtäfelchen und schrieb zum Erstaunen aller darauf: Sein Name ist Johannes. Im gleichen Augenblick konnte er Mund und Zunge wieder gebrauchen, und er redete und pries Gott. Und alle, die in jener Gegend wohnten, erschraken und man sprach von all diesen Dingen im ganzen Bergland von Judäa. Alle, die davon hörten, machten sich Gedanken darüber und sagten: Was wird wohl aus diesem Kind werden? Denn es war deutlich, dass die Hand des Herrn mit ihm war.

Das Kind wuchs heran und sein Geist wurde stark. Und Johannes lebte in der Wüste bis zu dem Tag, an dem er den Auftrag erhielt, in Israel aufzutreten.

Ein Zeichen

Ein „kleines“ menschliches Ereignis löst Freude, aber auch Erschrecken aus. Wider Erwarten stimmen Mutter und Vater bei der Namengebung für Johannes überein. Das ist ein Zeichen, dass diese Geburt ein besonderes Geschenk Gottes ist. Der Name Johannes heisst: „Gott ist gnädig“. Die Menschen spüren, dass dank Gottes Eingreifen etwas „Grosses“ im Kommen ist.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du bist der verheissene Messias und Heiland:

  • Johannes hat für dich Zeugnis gegeben. Hilf den Glaubenden dich durch Wort und Tat zu bezeugen.
  • Die Geburt des Johannes hat vielen Freude bereitet. Segne die Mütter, die guter Hoffnung sind.
  • Johannes wuchs heran und erstarkte im Geist. Stärke die heranwachsende Generation im Guten.
  • Johannes bedeutet: „Gott ist gnädig.“. Schenke im nahen Osten Frieden und Gerechtigkeit.

Heiliger Gott, lass uns treu den Weg deiner Gebote gehen, den Johannes der Täufer gewiesen hat. So bitten wir im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, am Geburtstag Johannes’ des Täufers hast du deine Kirche zum Festmahl des Lammes geladen und sie mit Freude erfüllt. Gib, dass wir Christus, den Johannes vorausverkündigt hat, als den erkennen, der uns das ewige Leben erworben hat, der mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.