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Gotteswort

24. Juni 2017


Samstag der 11. Woche im Jahreskreis

Welche Prioritäten setzen? Paulus spricht von hohen charismatischen Erfahrungen, weiss sich aber letztlich von der Kraft Christi getragen. Jesus warnt im Evangelium vor falschen Prioritäten. – Maria hat richtig gewählt.

Kyrie

Christus, du lehrst uns, Gott treu zu dienen. Herr, erbarme dich.
Du lehrst uns, keine falschen Sorgen zu hegen. Christus, erbarme dich.
Du lehrst uns, Gott, unserem Vater zu vertrauen. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du hast dem Heiligen Geist im Herzen der seligen Jungfrau Maria eine würdige Wohnung bereitet. Auf ihre Fürbitte hin erfülle auch unser Leben mit deiner Gegenwart und mache uns zu einem Tempel deiner Herrlichkeit. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

2 Kor 12,1–10

Begnadung und Schwachheit des Apostels

Ich muss mich ja rühmen; zwar nützt es nichts, trotzdem will ich jetzt von Erscheinungen und Offenbarungen sprechen, die mir der Herr geschenkt hat.

Ich kenne jemand, einen Diener Christi, der vor vierzehn Jahren bis in den dritten Himmel entrückt wurde; ich weiss allerdings nicht, ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, nur Gott weiss es.

Und ich weiss, dass dieser Mensch in das Paradies entrückt wurde; ob es mit dem Leib oder ohne den Leib geschah, weiss ich nicht, nur Gott weiss es. Er hörte unsagbare Worte, die ein Mensch nicht aussprechen kann.

Diesen Mann will ich rühmen; was mich selbst angeht, will ich mich nicht rühmen, höchstens meiner Schwachheit. Wenn ich mich dennoch rühmen wollte, wäre ich zwar kein Narr, sondern würde die Wahrheit sagen. Aber ich verzichte darauf; denn jeder soll mich nur nach dem beurteilen, was er an mir sieht oder aus meinem Mund hört.

Damit ich mich wegen der einzigartigen Offenbarungen nicht überhebe, wurde mir ein Stachel ins Fleisch gestossen: ein Bote Satans, der mich mit Fäusten schlagen soll, damit ich mich nicht überhebe. Dreimal habe ich den Herrn angefleht, dass dieser Bote Satans von mir ablasse. Er aber antwortete mir: Meine Gnade genügt dir; denn sie erweist ihre Kraft in der Schwachheit.

Viel lieber also will ich mich meiner Schwachheit rühmen, damit die Kraft Christi auf mich herabkommt. Deswegen bejahe ich meine Ohnmacht, alle Misshandlungen und Nöte, Verfolgungen und Ängste, die ich für Christus ertrage; denn wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.

Die Kraftquelle des Paulus

Paulus setzt seine „Narrenrede“ fort. Gegner hatten ihn als Apostel in Frage gestellt. Um die Korinther einsichtig zu machen, hatte Paulus zuerst auf seinen enormen Einsatz und Gottes Beistand verwiesen. Jetzt spricht er fast widerwillig von mystischen Erfahrungen Gottes, die in der menschlichen Sprache kaum wiedergegeben werden können. Paulus hat nichts übrig für die Sucht nach Visionen, die immer wieder aufzutreten pflegt. Er erinnert gleichzeitig an seine menschlichen Grenzen, besonders an eine gesundheitliche Störung. Doch die Kraft Christi stärkt ihn in seiner Schwäche für die ausserordentliche Aufgabe seines Apostolates. (vgl. Schott)

Antwortspalm

Psalm 34,8–13


R: Kostet und seht, wie gütig der Herr ist.


Der Engel des Herrn umschirmt alle,
die ihn fürchten und ehren,
und er befreit sie.
Kostet und seht, wie gütig der Herr ist;
wohl dem, der zu ihm sich flüchtet!

Fürchtet den Herrn, ihr seine Heiligen;
denn wer ihn fürchtet, leidet keinen Mangel.
Reiche müssen darben und hungern;
wer aber den Herrn sucht, braucht kein Gut zu entbehren.

Kommt, ihr Kinder, hört mir zu!
Ich will euch in der Furcht des Herrn unterweisen.
Wer ist der Mensch, der das Leben liebt
und gute Tage zu sehen wünscht?

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Christus, der Herr, der reich war, wurde arm, um euch durch seine Armut reich zu machen. Halleluja.

Evangelium

Mt 6,24–34

Von der rechten und falschen Sorge (Forstsetzung)

In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern: Niemand kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon. Deswegen sage ich euch: Sorgt euch nicht um euer Leben und darum, dass ihr etwas zu essen habt, noch um euren Leib und darum, dass ihr etwas anzuziehen habt. Ist nicht das Leben wichtiger als die Nahrung und der Leib wichtiger als die Kleidung? Seht euch die Vögel des Himmels an: Sie säen nicht, sie ernten nicht und sammeln keine Vorräte in Scheunen; euer himmlischer Vater ernährt sie. Seid ihr nicht viel mehr wert als sie?

Wer von euch kann mit all seiner Sorge sein Leben auch nur um eine kleine Zeitspanne verlängern?
Und was sorgt ihr euch um eure Kleidung? Lernt von den Lilien, die auf dem Feld wachsen: Sie arbeiten nicht und spinnen nicht. Doch ich sage euch: Selbst Salomo war in all seiner Pracht nicht gekleidet wie eine von ihnen. Wenn aber Gott schon das Gras so prächtig kleidet, das heute auf dem Feld steht und morgen ins Feuer geworfen wird, wie viel mehr dann euch, ihr Kleingläubigen!

Macht euch also keine Sorgen und fragt nicht: Was sollen wir essen? Was sollen wir trinken? Was sollen wir anziehen? Denn um all das geht es den Heiden. Euer himmlischer Vater weiss, dass ihr das alles braucht. Euch aber muss es zuerst um sein Reich und um seine Gerechtigkeit gehen; dann wird euch alles andere dazugegeben.

Sorgt euch also nicht um morgen; denn der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Jeder Tag hat genug eigene Plage.

Innerlich frei sein für Gott

Jesus wendet sich zuerst an die Reichen. Sie müssen wählen und ihre Priorität auf Gott und seine Welt setzen, sonst geraten sie in den Sog des Erwerbstriebes und verlieren ihre Freiheit. Nachher spricht Jesus die Armen an. Sie stehen in der Versuchung, sich vor lauter materiellen Sorgen nicht mehr offen halten zu können für Gott und seine Werte. Weder arm noch reich darf sich von der Grundentscheidung für Gott drücken. Niemand darf den Mammon vorziehen und wichtiger nehmen als Gott und seine Welt. Wer das Leben als Geschenk Gottes annimmt, kann sich ihm täglich neu anvertrauen. (vgl. Frisque; Schweiz. Bibelges. NT)

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du hast allein deinem Vater gedient. Wir bitten dich:

  • Für die Kirche: Lass sie offen bleiben für das Eine, Notwendige.
  • Für die gottgeweihten Personen: Gib, dass sie der Liebe zu Christus nichts vorziehen.
  • Für alle, die unter der Hektik des Alltags leiden: Schenke ihnen Zeiten der Besinnlichkeit.
  • Für uns selber: Gib, dass wir uns und unsere Sorgen nicht zu wichtig nehmen.

Gott, schenke deinen Gläubigen eine tiefe Liebe zu dir, damit sie mit der Fürsprache Marias dich in allem und über alles lieben. Darum bitten wir, im Heiligen Geist, durch Jesus Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Barmherziger Gott, beim Gedenken an die selige Jungfrau Maria hast du uns mit dem Brot des Himmels gestärkt. Lass uns einst mit Maria und allen Heiligen teilnehmen am Mahl des ewigen Lebens. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.