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Gotteswort

25. Juni 2017


12. Sonntag im Jahreskreis

Eine unbestimmte Zukunftsangst und Lebensangst sind verbreitet, auch wenn sie oft übertönt werden. – Gebannt von konkreten Problemen fürchtet die westliche Christenheit um die Zukunft des Evangeliums, weil der Glauben in der Öffentlichkeit als “quantité négligable” betrachtet wird. – Die 1. Lesung spricht von der Glaubenskrise im Leben eines Propheten. Im Evangelium nennt Jesus den tiefsten Grund zu einem festen Vertrauen.

Kyrie

Christus, du wendest das Schicksal Adams. Herr, erbarme dich.
Durch dich kommt Gottes Gnade in die Welt. Christus, erbarme dich.
Du hast Sünde und Tod besiegt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Heiliger Gott, gib, dass wir deinen Namen allezeit fürchten und lieben. Denn du entziehst keinem deine väterliche Hand, der fest in deiner Liebe verwurzelt ist. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jer 20,10–13

Prophetenschicksal

Jeremia sprach: Ich hörte das Flüstern der Vielen: Grauen ringsum! Zeigt ihn an! Wir wollen ihn anzeigen. Meine nächsten Bekannten warten alle darauf, dass ich stürze: Vielleicht lässt er sich betören, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen. Doch der Herr steht mir bei wie ein gewaltiger Held. Darum straucheln meine Verfolger und kommen nicht auf. Sie werden schmählich zuschanden, da sie nichts erreichen, in ewiger, unvergesslicher Schmach. Aber der Herr der Heere prüft den Gerechten, er sieht Herz und Nieren. Ich werde deine Rache an ihnen erleben; denn dir habe ich meine Sache anvertraut. Singt dem Herrn, rühmt den Herrn; denn er rettet das Leben der Armen aus der Hand der Übeltäter.

Krise und neues Vertrauen

Der Prophet hat Unheil über Jerusalem und das Exil ankündigen müssen. Nun ist er isoliert, wird angefeindet und macht eine Krise durch. Doch er erfährt von neuem die Treue Gottes, dem er unbedingtes Vertrauen schenkt. Gott steht auf der Seite des Gerechten und des Armen.

Antwortspalm

Psalm 69,8–10.14.17.33-35


R: In deiner grossen Huld erhöre mich!


Deinetwegen erleide ich Schmach
und Schande bedeckt mein Gesicht.
Entfremdet bin ich den eigenen Brüdern,
den Söhnen meiner Mutter wurde ich fremd.
Denn der Eifer für dein Haus hat mich verzehrt;
die Schmähungen derer, die dich schmähen,
haben mich getroffen.

Ich aber bete zu dir,
Herr, zur Zeit der Gnade.
Erhöre mich in deiner grossen Huld,
Gott, hilf mir in deiner Treue!
Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte,
wende dich mir zu in deinem grossen Erbarmen!

Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!
Denn der Herr hört auf die Armen,
er verachtet die Gefangenen nicht.
Himmel und Erde sollen ihn rühmen,
die Meere und was sich in ihnen regt.

2. Lesung

Röm 5,12–15

Der alte und der neue Mensch

Durch einen einzigen Menschen kam die Sünde in die Welt und durch die Sünde der Tod und auf diese Weise gelangte der Tod zu allen Menschen, weil alle sündigten…
Sünde war schon vor dem Gesetz in der Welt, aber Sünde wird nicht angerechnet, wo es kein Gesetz gibt; dennoch herrschte der Tod von Adam bis Mose auch über die, welche nicht wie Adam durch Übertreten eines Gebots gesündigt hatten; Adam aber ist die Gestalt, die auf den Kommenden hinweist. Doch anders als mit der Übertretung verhält es sich mit der Gnade; sind durch die Übertretung des einen die vielen dem Tod anheim gefallen, so ist erst recht die Gnade Gottes und die Gabe, die durch die Gnadentat des einen Menschen Jesus Christus bewirkt worden ist, den vielen reichlich zuteil geworden.

Adam – Christus

Paulus verdichtet hier seine Theologie in einer Gegenüberstellung von Adam (der „Mensch“) und Christus. Das erste Haupt der Menschheit steht für Unheil, Sünde und Tod; das neue Haupt der Menschheit steht für das was Gott wirkt: Heil, Gnade, Gerechtigkeit und Leben. Die Christuswirklichkeit (er ist der Mensch schlechthin!) überragt und besiegt das scheinbar unüberwindliche Menschenschicksal des Todes (eine Anspielung an das Ostergeheimnis!). So wird die Christuswirklichkeit zur Erfüllung der menschlichen Existenz.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Der Geist der Wahrheit wird Zeugnis geben für mich; und auch ihr sollt Zeugen sein. Halleluja.

Evangelium

Mt 10,26–33

Aufforderung zum furchtlosen Bekenntnis (Fortsetzung)

Jesus sprach zu seinen Jüngern: Fürchtet euch nicht vor den Menschen! Denn nichts ist verhüllt, was nicht enthüllt wird, und nichts ist verborgen, was nicht bekannt wird. Was ich euch im Dunkeln sage, davon redet am hellen Tag, und was man euch ins Ohr flüstert, das verkündet von den Dächern. Fürchtet euch nicht vor denen, die den Leib töten, die Seele aber nicht töten können, sondern fürchtet euch vor dem, der Seele und Leib ins Verderben der Hölle stürzen kann. Verkauft man nicht zwei Spatzen für ein paar Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters.

Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen. Wer sich nun vor den Menschen zu mir bekennt, zu dem werde auch ich mich vor meinem Vater im Himmel bekennen. Wer mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem Vater im Himmel verleugnen.

Furchtloses Gottvertrauen

Matthäus stellt hier einige Worte Jesu zusammen, um auf Probleme einzugehen, die sich den Jüngern in der Missionsarbeit stellen können. Sie stossen auf Widerstand. Das darf sie nicht mutlos machen. Sie sollen im Gegenteil die Botschaft offen verkünden. Sie dürfen vertrauen, dass Gott seine Geschöpfe kennt und liebt. Weil er über das irdische Leben hinaus für sie sorgt, dürfen sie unerschrocken zu ihm stehen. Schlimm wird es für die Christen erst, wenn sie sich aus Furcht abkapseln.

Fürbitten

Christus, du bist Haupt und Herr der Kirche. Wir bitten dich:

  • Für alle Getauften: Stärke ihr Vertrauen in deinen Beistand.
  • Für alle, die unter Angst und Furcht leiden: Wecke ihren Glauben an die Auferstehung.
  • Für alle, die das Evangelium verkünden: Hilf ihnen, das rechte Wort zu finden.
  • Für die Völker der Erde: Lehre sie, die Freiheit des Glaubens zu achten.
  • Für uns selber: Erneuere unsere Bereitschaft, dich vor den Menschen zu bezeugen.
  • Für unsere Verstorbenen: Schenke ihnen das neue Leben in Fülle.

Barmherziger Gott, durch deinen Sohn lädst du uns ein, auf deine Vatergüte zu vertrauen. So erhöre unser Gebet, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du hast uns durch den Leib und das Blut Christi gestärkt. Gib, dass wir niemals verlieren, was wir in jeder Feier der Eucharistie empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.