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Gotteswort

26. März 2017


4. Fastensonntag

„Freue Dich Jerusalem, trink an der Quelle der göttlichen Tröstung!“ (Einzugsvers) Bei Christus öffnet sich uns eine Quelle von Licht. Es erleuchtet den Glaubenden, auch in dunklen Stunden.

Kyrie

Christus, du bist das Licht der Welt. Herr, erbarme dich.
Du erleuchtest die Augen des Glaubens. Christus, erbarme dich.
Du machst uns zu Kindern des Lichtes. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Herr, unser Gott, du hast in deinem Sohn die Menschheit auf wunderbare Weise mit dir versöhnt. Gib deinem Volk einen hochherzigen Glauben, damit es mit froher Hingabe dem Osterfest entgegeneilt. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

1 Sam 16, 1b.6–7.10–13b

Samuel salbte David zum König über Israel

In jenen Tagen sprach der Herr zu Samuel: Fülle dein Horn mit Öl, und mach dich auf den Weg! Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai; denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen.

Als sie kamen und er den Eliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter. Der Herr aber sagte zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz.

So liess Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten, aber Samuel sagte zu Isai: Diese hat der Herr nicht erwählt. Und er fragte Isai: Sind das alle deine Söhne? Er antwortete: Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Samuel sagte zu Isai: Schick jemand hin, und lass ihn holen; wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist. Isai schickte also jemand hin und liess ihn kommen. David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn! Denn er ist es. Samuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.

Erwählung und Königssalbung Davids

Es gibt frühere Erzählungen über Davids Weg zum Königtum, die anders laufen. Hier wird sein Königtum einer von Gott ausgehenden, prophetischen Initiative zugeschrieben. So wird der Vorrang der Erwählung durch Gott unterstrichen. Gleichzeitig wird betont, dass Gott anders sieht. Er „sieht das Herz“.

Antwortspalm

Psalm 23, 1–3.4.5.6


R: Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.


Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.
Er lässt mich lagern auf grünen Auen
und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.
Er stillt mein Verlangen;
er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muss ich auch wandern in finsterer Schlucht,
ich fürchte kein Unheil;
denn du bist bei mir,
dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch
vor den Augen meiner Feinde.
Du salbst mein Haupt mit Öl
du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld
werden mir folgen mein Leben lang,
und im Haus des Herrn
darf ich wohnen für lange Zeit.

2. Lesung

Eph 5, 8–14

Steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein

Brüder! Einst wart ihr Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts! Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor.

Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf! Denn man muss sich schämen, von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden.

Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heisst es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.

Die Frucht des Lichtes

Der Verfasser wendet sich an Adressaten, die sich bereits vom Heidentum abgewandt haben und zur Gemeinschaft Christi gehören. Durch die Taufe wurden sie mit ihm verbunden, der Licht ist. Sie sind nun „Erleuchtete“. Aus dem Licht Christi soll wie eine Frucht (karpos) das moralische Verhalten wachsen: Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit. In Licht des Glaubens sehen sie die Welt mit andern Augen.

Ruf vor dem Evangelium

Lob dir, Christus, König und Erlöser! Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, hat das Licht des Lebens. Lob dir, Christus, König und Erlöser!

Evangelium

Joh 9, 1–41

Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Ober haben seine Eltern gesündigt, so dass er blind geboren wurde?

Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Wir müssen, solange es Tag ist, die Werke dessen vollbringen, der mich gesandt hat; es kommt die Nacht, in der niemand mehr etwas tun kann. Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.

Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heisst übersetzt: Der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der dasass und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden?

Er antwortete: Der Mann, der Jesus heisst, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach, und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte wieder sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiss es nicht.

Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.

Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen.

Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet.

Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen. Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustossen.Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst.

Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiss ich nicht. Nur das eine weiss ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann.

Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt.

Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines Blindgeborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können.

Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stiessen ihn hinaus.

Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestossen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube.

Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder.

Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen: damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.

Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind?

Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde.

Der Weg des Glaubens als Erleuchtung

1. Der Evangelist verknüpft die Heilung mit der Ablehnung der Schulzuweisung für eine Krankheit sowie mit einer Reflexion über Jesus als „Gesandten (Schiloach)“ und über sein „sakramentales“ Handeln.
2. Die Diskussion jüdischer Gegner Jesu mit den Eltern spiegelt die Vorwürfe, denen die Christen zur Zeit des Evangelisten ausgesetzt waren.
3. Pharisäer greifen ein: sie geben sich als wissende Theologen. Der sehend gewordene Blinde antwortet unkompliziert, mit einfachen Tatsachen und mit der Feststellung, dass Gott gehandelt hat. Der Verhörte verkörpert damalige Christen, gegen welche die Autoritäten zu Diffamierungen und zum Ausschluss aus der Synagoge griffen.
4. Schliesslich tritt wieder Jesus selber auf. Vor ihm legt der Geheilte ein Glaubensbekenntnis ab. Er ist auf einen langen Weg und unter Prüfungen soweit gekommen, dass er Jesus als „Menschensohn“ uns als „Herrn“ bekennt. Jesus ist das „Licht der Welt“. Die Katechumenen müssen einen gleichen Weg gehen. An Jesus scheiden sich die Geister. Wer glaubt wird sehen. (vgl. Porsch)
 

Fürbitten

Christus, du bist das Licht der Welt. Wir bitten dich: Für die Diener der Kirche:

  • Hilf ihnen, dein Licht in die Welt zu tragen.
  • Für die Glaubenden: Erhalte und erneuere in ihnen das Licht deiner Frohbotschaft.
  • Für die Ärzte und das Pflegepersonal: Erleuchte und stärke sie in ihrem Dienst.
  • Für die Kranken: Schenke ihnen Licht in dunklen Stunden und lindere ihre Schmerzen.
  • Für uns selber: Läutere und erleuchte unsere Herzen.
  • Für unsere Verstorbenen: Lass ihnen dein ewiges Licht leuchten.

Gott des Lichtes und der Liebe: Du lässt uns als Kinder des Lichtes leben. Wir danken dir und preisen dich, in dieser Feier und in Ewigkeit.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, dein ewiges Wort ist das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet. Heile die Blindheit unseres Herzens, damit wir erkennen, was vor dir recht ist, und dich aufrichtig lieben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.