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Gotteswort

14. Juli 2019


15. Sonntag im Jahreskreis

Der Glaube eröffnet uns weite Horizonte; aber er führt uns nicht in wine nebulöse Unbestimmtheit. – Gott ist der Ewige und Heilige, er ist begrifflich nie adäquat fassbar. Gleichzeitig ist er uns nahe in seinem Wort (heute: als der gute Samariter). Paulus wird uns Christus als Ebenbild des unsichtbaren Gottes, als Haupt von Schöpfung und Kirche vorstellen und gleichzeitig als Erstgeborener von den Toten. Das österliche Geheimnis schafft den Übergang, wo sonst keine Brücken bestehen.

Kyrie

Christus, Ebenbild des unsichtbaren Gottes. Herr, erbarme dich.
Erstgeborener der ganzen Schöpfung. Christus, erbarme dich.
Haupt der Kirche. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Gott, du bist unser Ziel, du zeigst den Irrenden das Licht der Wahrheit und führst sie auf den rechten Weg zurück. Gib allen, die sich Christen nennen, die Kraft, zu meiden, was diesem Namen widerspricht und zu tun, was unserem Glauben entspricht. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Dtn 30,10–14

Das Gebot ist nahe.

Mose sagte zu ganz Israel: Du sollst auf die Stimme des Herrn, deines Gottes, hören und auf seine Gebote und Gesetze achten, die in dieser Urkunde der Weisung einzeln aufgezeichnet sind. Du sollst zum Herrn, deinem Gott, mit ganzem Herzen und mit ganzer Seele zurückkehren.

Dieses Gebot, auf das ich dich heute verpflichte, geht nicht über deine Kraft und ist nicht fern von dir. Es ist nicht im Himmel, sodass du sagen müsstest: Wer steigt für uns in den Himmel hinauf, holt es herunter und verkündet es uns, damit wir es halten können? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, sodass du sagen müsstest: Wer fährt für uns über das Meer, holt es herüber und verkündet es uns, damit wir es halten können?

Nein, das Wort ist ganz nah bei dir, es ist in deinem Mund und in deinem Herzen, du kannst es halten.

Gott ist nahe in seinem Wort

Gott spricht zu seinem Volk. Er ist ihm also nahe. Er ist nicht erst am Ende der Zeiten zu erwarten. Er ist uns nahe, indem er uns in einem menschlichen Wort begegnet und dabei verlangt, dass wir auf ihn eingehen. Er ist ein Gott des Dialogs. Dieses Gesetzesverständnis führt zum Neuen Testament hin. (Frisque)

Antwortspalm

Psalm 69,14.17.30–31.33—34.36–37:


R: Ihr Gebeugte, sucht den Herrn: und euer Herz lebe auf.


Ich aber bete zu dir,
Herr, zur Zeit der Gnade.
Erhöre mich in deiner grossen Huld,
Gott, hilf mir in deiner Treue!
Erhöre mich, Herr, in deiner Huld und Güte,
wende dich mir zu in deinem grossen Erbarmen!

Ich bin elend und voller Schmerzen;
doch deine Hilfe, o Gott, wird mich erhöhen.
Ich will den Namen Gottes rühmen im Lied,
in meinem Danklied ihn preisen.

Schaut her, ihr Gebeugten, und freut euch;
ihr, die ihr Gott sucht: euer Herz lebe auf!
Denn der Herr hört auf die Armen,
er verachtet die Gefangenen nicht.

Denn Gott wird Zion retten,
wird Judas Städte neu erbauen.
Seine Knechte werden dort wohnen
und das Land besitzen,
ihre Nachkommen sollen es erben;
wer seinen Namen liebt, soll darin wohnen.

2. Lesung

Kol 1,15–20

Der Christus–Hymnus

Christus ist das Ebenbild des unsichtbaren Gottes,
der Erstgeborene der ganzen Schöpfung.

Denn in ihm wurde alles erschaffen
im Himmel und auf Erden,
das Sichtbare und das Unsichtbare,
Throne und Herrschaften, Mächte und Gewalten
alles ist durch ihn und auf ihn hin geschaffen.

Er ist vor aller Schöpfung,
in ihm hat alles Bestand.

Er ist das Haupt des Leibes,
der Leib aber ist die Kirche.
Er ist der Ursprung,
der Erstgeborene der Toten;
so hat er in allem den Vorrang.

Denn Gott wollte mit seiner ganzen Fülle
in ihm wohnen,
um durch ihn alles zu versöhnen.
Alles im Himmel und auf Erden
wollte er zu Christus führen,
der Friede gestiftet hat am Kreuz durch sein Blut.

Das Christus–Geheimnis

Der Kolosserbrief, der nun an vier Sonntagen gelesen wird, hat es mit Christen zu tun, die unter den Einfluss von Vorstellungen geraten waren, die aus dem Judentum und der zeitgenössischen „Esoterik“ stammten. Für diese Pseudo–Spiritualität sind asketische Speiseregeln und Festtage wichtig, um zu visionären Erfahrungen himmlischer Mächte und Gewalten zu gelangen, die angeblich die Welt beherrschen. Davon verspricht man sich magische Kräfte. Unser Brief setzt diesen Vorstellungen das klare Bekenntnis entgegen: Christus ist Haupt von Schöpfung und Kirche. In ihm ist die ganze Fülle der Gottheit. Man muss nichts anderswo suchen. Der Autor fügt dafür einen schon vorhandenen Christus–Hymnus in den Brief ein, der die Bedeutung von Christus für Schöpfung und Erlösung des Alls besingt. Die Schöpfung ist ein Vorwort des Christusgeheimnisses; sie wird durch Kreuz und Auferstehung zu einer neuen Schöpfung. (vgl. Frisque; Stuttgarter NT)

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben. Du hast Worte des ewigen Lebens. Halleluja.

Evangelium

Lk 10,25–37

Das Beispiel vom barmherzigen Samariter

Da stand ein Gesetzeslehrer auf, und um Jesus auf die Probe zu stellen, fragte er ihn: Meister, was muss ich tun, um das ewige Leben zu gewinnen? Jesus sagte zu ihm: Was steht im Gesetz? Was liest du dort?

Er antwortete: Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deiner Kraft und all deinen Gedanken, und: Deinen Nächsten sollst du lieben wie dich selbst.

Jesus sagte zu ihm: Du hast richtig geantwortet. Handle danach und du wirst leben.

Der Gesetzeslehrer wollte seine Frage rechtfertigen und sagte zu Jesus: Und wer ist mein Nächster?

Darauf antwortete ihm Jesus: Ein Mann ging von Jerusalem nach Jericho hinab und wurde von Räubern überfallen. Sie plünderten ihn aus und schlugen ihn nieder; dann gingen sie weg und liessen ihn halb tot liegen. Zufällig kam ein Priester denselben Weg herab; er sah ihn und ging weiter. Auch ein Levit kam zu der Stelle; er sah ihn und ging weiter. Dann kam ein Mann aus Samarien, der auf der Reise war. Als er ihn sah, hatte er Mitleid, ging zu ihm hin, goss Öl und Wein auf seine Wunden und verband sie. Dann hob er ihn auf sein Reittier, brachte ihn zu einer Herberge und sorgte für ihn. Am andern Morgen holte er zwei Denare hervor, gab sie dem Wirt und sagte: Sorge für ihn, und wenn du mehr für ihn brauchst, werde ich es dir bezahlen, wenn ich wiederkomme.

Was meinst du: Wer von diesen dreien hat sich als der Nächste dessen erwiesen, der von den Räubern überfallen wurde?

Der Gesetzeslehrer antwortete: Der, der barmherzig an ihm gehandelt hat. Da sagte Jesus zu ihm: Dann geh und handle genauso!

Der Aussenstehende praktiziert die Liebe.

Ein vortrefflicher, schriftkundiger Jünger stellt Fragen; er gibt und erhält Anwort zu dem grundlegenden Thema des „Tuns“ (Welche Ethik führt zum ewigen Leben?) . Es wird betont, dass die Gottesliebe von der Personmitte (Herz) ausgehen soll. – Auf die im Gesetz nicht gelöste Frage „Wer ist mein Nächster?“gibt Jesus Antwort mit der Samariter–Parabel. Sie ist ein Kommentar zum Hauptgebot der Liebe. Kleriker aus Jerusalem (also Insider) weichen aus; die Humanität eines Fremden aber tut angesichts der Not am Weg das Richtige. So verwandelt sich eine Missetat in Segen. Die Liebe macht aus dem „fremden“ Opfer einen Nächsten, und der „fremde“ Samariter wird durch seine „Orthopraxie“ zu einem Glied des Gottesvolkes.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, Du bist der gute Samariter. Wir bitten dich:

  • Für alle Gläubigen: Hilf ihnen, deinem Beispiel zu folgen.
  • Für die Boten des Evangeliums: Erleuchte sie, wenn sie dein Wort verkünden.
  • Für Fremde und Unbekannte: Lass sie bei uns Achtung und Wohlwollen finden.
  • Für die Opfer von Gewalt: Liebevolle Zuwendung heile ihre Wunden.
  • Für uns selber: Hilf uns, im andern einen Bruder oder eine Schwester zu sehen.
  • Für unsere Verstorbenen: Schenke ihnen das ewige Leben.

Barmherziger Gott, du hast uns erschaffen, wir alle sind deine Kinder. Gib dass wir einander lieben und gemeinsam, den Weg zu dir finden. Darum bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, wir danken dir für die heilige Gabe. Lass deine Heilsgnade in uns wachsen, sooft wir diese Speise empfangen. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 
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