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Gotteswort

15. März 2019


Freitag der 1. Fastenwoche

Heute ist Freitag. Der Karfreitag wirft seinen Schatten voraus. Die Lesungen des Tages gehen auf bestimmte Schattenseiten von Personen und ihrem Zusammenleben ein. Das aber ist nur ein Kontrastbild zum Weg Gottes.

Hl. Klemens Maria Hofbauer (g)

Ordenspriester

Klemens Maria Hofbauer, der erste deutsche Redemptorist, stammt aus Mähren. Der Bäckerjunge fand nur mit Mühe den Weg zum Priestertum. Er wirkte in Warschau und Wien, kurz hielt er sich auch in der Innerschweiz und im Schwarzwald auf. Er widersetzte sich dem Geist der Aufklärung und dem Staatskirchentum. Geschätzt als Prediger und Seelenführer pflegte er auch Hausbesuche, eine intensive Krankenseelsorge, Heimabende, Leihbibliotheken. + 1820.

Kyrie

Christus, du bist gekommen, Frieden zu bringen. Herr, erbarme dich.
Du führst uns auf den Weg der Versöhnung. Christus, erbarme dich.
Du willst nicht den Tod des Sünders, sondern, dass er umkehrt und lebt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger Gott, gib, dass deine Gläubigen sich in rechter Weise auf Ostern vorbereiten, und was wir dem Leib an Entsagung auferlegen, das trage reiche Frucht und erneuere unseren Geist. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unsern Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Ez 18,21–28

Wahre Gerechtigkeit

Wenn der Schuldige sich von allen Sünden, die er getan hat, abwendet, auf alle meine Gesetze achtet und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, dann wird er bestimmt am Leben bleiben und nicht sterben.

Keines der Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, wird ihm angerechnet. Wegen seiner Gerechtigkeit wird er am Leben bleiben. Habe ich etwa Gefallen am Tod des Schuldigen – Spruch Gottes, des Herrn – und nicht vielmehr daran, dass er seine bösen Wege verlässt und so am Leben bleibt?

Wenn jedoch ein Gerechter sein rechtschaffenes Leben aufgibt, wenn er Unrecht tut und all die Gräueltaten begeht, die auch der Böse verübt, sollte er dann etwa am Leben bleiben?

Keine seiner gerechten Taten wird ihm angerechnet. Wegen seiner Treulosigkeit und wegen der Sünde, die er begangen hat, ihretwegen muss er sterben.

Ihr aber sagt: Das Verhalten des Herrn ist nicht richtig. Hört doch, ihr vom Haus Israel: Mein Verhalten soll nicht richtig sein? Nein, euer Verhalten ist nicht richtig.

Wenn der Gerechte sein rechtschaffenes Leben aufgibt und Unrecht tut, muss er dafür sterben. Wegen des Unrechts, das er getan hat, wird er sterben.

Wenn sich der Schuldige von dem Unrecht abwendet, das er begangen hat, und nach Recht und Gerechtigkeit handelt, wird er sein Leben bewahren. Wenn er alle Vergehen, deren er sich schuldig gemacht hat, einsieht und umkehrt, wird er bestimmt am Leben bleiben. Er wird nicht sterben.

Persönliche Verantwortung

Es war ein grosser Schritt, als die Propheten begannen, die persönliche Verantwortung bewusst zu machen. Früher stand die Kollektivschuld des Volkes im Vordergrund, allenfalls die Schuldhaftung des Volkes für die Sünde seines Königs. Auch heute sind viele versucht, sich hinter dem Kollektivgewissen zu verstecken, bzw. die Kollektivschuld anderer einzuklagen (z. B. Umweltschäden, Luftverschmutzung), persönliche Schuld aber zu verdrängen. Der Prophet setzt den Akzent auf die persönliche Freiheit und auf die Umkehr als Weg zum „Leben“. Gewarnt wird vor einer anpasserischen Absenkung des moralischen Niveaus.

Antwortspalm

Psalm 130,1–8


R: Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten, Herr, wer könnte bestehen.


Aus der Tiefe rufe ich, Herr, zu dir:
Herr, höre meine Stimme!
Wende dein Ohr mir zu,
achte auf mein lautes Flehen!

Würdest du, Herr, unsere Sünden beachten,
Herr, wer könnte bestehen?
Doch bei dir ist Vergebung,
damit man in Ehrfurcht dir dient.

Ich hoffe auf den Herrn, es hofft meine Seele,
ich warte voll Vertrauen auf sein Wort.
Meine Seele wartet auf den Herrn
mehr als die Wächter auf den Morgen.

Mehr als die Wächter auf den Morgen
soll Israel harren auf den Herrn.
Ja, er wird Israel erlösen
von all seinen Sünden.

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre!

Evangelium

Mt 5,20–26

Von der grösseren Gerechtigkeit – Vom Töten und von der Versöhnung

Darum sage ich euch: Wenn eure Gerechtigkeit nicht weit grösser ist als die der Schriftgelehrten und der Pharisäer, werdet ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt worden ist: Du sollst nicht töten; wer aber jemand tötet, soll dem Gericht verfallen sein. Ich aber sage euch: Jeder, der seinem Bruder auch nur zürnt, soll dem Gericht verfallen sein; und wer zu seinem Bruder sagt: Du Dummkopf!, soll dem Spruch des Hohen Rates verfallen sein; wer aber zu ihm sagt: Du (gottloser) Narr!, soll dem Feuer der Hölle verfallen sein.

Wenn du deine Opfergabe zum Altar bringst und dir dabei einfällt, dass dein Bruder etwas gegen dich hat, so lass deine Gabe dort vor dem Altar liegen; geh und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, dann komm und opfere deine Gabe.

Schliess ohne Zögern Frieden mit deinem Gegner, solange du mit ihm noch auf dem Weg zum Gericht bist. Sonst wird dich dein Gegner vor den Richter bringen und der Richter wird dich dem Gerichtsdiener übergeben und du wirst ins Gefängnis geworfen. Amen, das sage ich dir: Du kommst von dort nicht heraus, bis du den letzten Pfennig bezahlt hast.

Die neue Gerechtigkeit

Matthäus formuliert (innerhalb der Bergpredigt!) eine Reihe scharfer Antithesen, die teils eine Verschärfung der üblichen Gesetzesauslegung zu sein scheinen, teils im direkten Widerspruch zum alten Gesetz stehen. Immer geht es um den eigentlichen Sinn der Normen und um das wahre Wesen der „Gerechtigkeit“, wie sie Jesus versteht (also nicht um einen sinnwidrigen Perfektionismus). Die heutige Antithese ist eine Verschärfung des Tötungsverbotes. Groll, Hass und die innere Absicht zu schaden, können schlimmer sein als eine (im Affekt) begangene Tat. Jesus will eine innere Gesinnung, die über eine Buchstabengerechtigkeit hinaus zum eigentlichen Gotteswillen führt. (vgl. Limbeck)

Fürbitten

Christus, unser Heiland:

  • Versöhne alle, die auf deinen Namen getauft sind.
  • Lass die Völker Wege zum Frieden und zu einem gerechten Ausgleich finden.
  • Führe alle, die gegen die Menschenrechte verstossen, zu Einsicht und Besserung.
  • Stärke alle, die unter fremdem Unrecht leiden.

Denn du hast am Kreuz alle Schuld gesühnt. Dir sei Dank und Lobpreis in Ewigkeit.

Schlussgebet

Herr, unser Gott, das heilige Sakrament, das wir empfangen haben, reinige uns von der alten Schuld. Es richte uns wieder auf und schenke uns die Gemeinschaft mit dir, in der wir das Heil finden. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 
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