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Gotteswort

27. Januar 2019


3. Sonntag im Jahreskreis

Heute steht die Verkündigung des Wortes Gottes im Vordergrund. Im Evangelium erklärt Lukas seine Arbeit, und Jesus hält seine Predigt beim ersten öffentlichen Auftreten. Dieses Wort, aufgenommen im Heiligen Geist, soll die christliche Gemeinde formen, von welcher heute Paulus spricht.

Kyrie

Christus, du bist das Haupt, wir die Glieder. Herr, erbarme dich.
Du sendest die Kraft des Geistes, der dich beseelt hat. Christus, erbarme dich.
Du verkündest die Frohbotschaft, die sich heute erfüllt. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Allmächtiger, ewiger Gott, lenke unser Tun nach deinem Willen und gib, dass wir im Namen deines geliebten Sohnes reich werden an guten Werken. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Neh 8,2–4a.5–6.8–10

Die Unterweisung im Gesetz

Am ersten Tag des siebten Monats brachte der Priester Esra das Gesetz vor die Versammlung; zu ihr gehörten die Männer und die Frauen und alle, die das Gesetz verstehen konnten. Vom frühen Morgen bis zum Mittag las Esra auf dem Platz vor dem Wassertor den Männern und Frauen und denen, die es verstehen konnten, das Gesetz vor. Das ganze Volk lauschte auf das Buch des Gesetzes. Der Schriftgelehrte Esra stand auf einer Kanzel aus Holz, die man eigens dafür errichtet hatte.

Esra öffnete das Buch vor aller Augen, denn er stand höher als das versammelte Volk. Als er das Buch aufschlug, erhoben sich alle. Dann pries Esra den Herrn, den grossen Gott; darauf antworteten alle mit erhobenen Händen: Amen, amen! Sie verneigten sich, warfen sich vor dem Herrn nieder, mit dem Gesicht zur Erde.

Man las aus dem Buch, dem Gesetz Gottes, in Abschnitten vor und gab dazu Erklärungen, sodass die Leute das Vorgelesene verstehen konnten. Der Statthalter Nehemia, der Priester und Schriftgelehrte Esra und die Leviten, die das Volk unterwiesen, sagten dann zum ganzen Volk: Heute ist ein heiliger Tag zu Ehren des Herrn, eures Gottes. Seid nicht traurig und weint nicht! Alle Leute weinten nämlich, als sie die Worte des Gesetzes hörten. Dann sagte Esra zu ihnen: Nun geht, haltet ein festliches Mahl und trinkt süssen Wein! Schickt auch denen etwas, die selbst nichts haben; denn heute ist ein heiliger Tag zur Ehre des Herrn. Macht euch keine Sorgen; denn die Freude am Herrn ist eure Stärke.

Erneuerung durch das Wort Gottes

Zum Laubhüttenfest 457 v.Chr., das auf die Ernte im Herbst folgt, ruft der Priester Esra die Rückkehrer aus dem Exil zusammen. Der Wortgottesdienst, den er abhält, ist bis heute das Modell des jüdischen Synagogengottesdienstes und des Wortgottesdienstes der Kirche. Priorität hat das Wort Gottes. Die Diener des Wortes haben dieses den Versammelten verständlich zu kommunizieren und zu erklären. Die Hörer sind tief betroffen und weinen vor Freude. Sie antworten mit „Amen“, wie das Volk am Sinai dem Bundesschluss mit Gott zugestimmt hat. Das Ja zum Wort Gott ist Erneuerung des Bundes. Dieser Bund ist zu feiern. – Das Wort Gottes wird Fleisch werden und den neuen Bund bringen. Die Eucharistiefeier beginnt immer mit der Wortverkündigung.

Antwortspalm

Psalm 19,8–10.15


R: Deine Worte, Herr, sind Geist und Leben.


Die Weisung des Herrn ist vollkommen,
sie erquickt den Menschen.
Das Gesetz des Herrn ist verlässlich,
den Unwissenden macht es weise.

Die Befehle des Herrn sind richtig,
sie erfreuen das Herz;
das Gebot des Herrn ist lauter,
es erleuchtet die Augen.

Die Furcht des Herrn ist rein,
sie besteht für immer.
Die Urteile des Herrn sind wahr,
gerecht sind sie alle.

Die Worte meines Mundes mögen dir gefallen;
was ich im Herzen erwäge, stehe dir vor Augen,
Herr, mein Fels und mein Erlöser.

2. Lesung

1 Kor 12,12–31a

Der eine Leib und die vielen Glieder

Wie der Leib eine Einheit ist, doch viele Glieder hat, alle Glieder des Leibes aber, obgleich es viele sind, einen einzigen Leib bilden: So ist es auch mit Christus. Durch den einen Geist wurden wir in der Taufe alle in einen einzigen Leib aufgenommen, Juden und Griechen, Sklaven und Freie; und alle wurden wir mit dem einen Geist getränkt.

Auch der Leib besteht nicht nur aus einem Glied, sondern aus vielen Gliedern. Wenn der Fuss sagt: Ich bin keine Hand, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört er doch zum Leib. Und wenn das Ohr sagt: Ich bin kein Auge, ich gehöre nicht zum Leib!, so gehört es doch zum Leib. Wenn der ganze Leib nur Auge wäre, wo bliebe dann das Gehör? Wenn er nur Gehör wäre, wo bliebe dann der Geruchssinn? Nun aber hat Gott jedes einzelne Glied so in den Leib eingefügt, wie es seiner Absicht entsprach. Wären alle zusammen nur ein Glied, wo bliebe dann der Leib? So aber gibt es viele Glieder und doch nur einen Leib. Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich bin nicht auf dich angewiesen. Der Kopf kann nicht zu den Füssen sagen: Ich brauche euch nicht. Im Gegenteil, gerade die schwächer scheinenden Glieder des Leibes sind unentbehrlich. Denen, die wir für weniger edel ansehen, erweisen wir umso mehr Ehre und unseren weniger anständigen Gliedern begegnen wir mit mehr Anstand, während die anständigen das nicht nötig haben. Gott aber hat den Leib so zusammengefügt, dass er dem geringsten Glied mehr Ehre zukommen liess, damit im Leib kein Zwiespalt entstehe, sondern alle Glieder einträchtig füreinander sorgen. Wenn darum ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit; wenn ein Glied geehrt wird, freuen sich alle anderen mit ihm. Ihr aber seid der Leib Christi und jeder Einzelne ist ein Glied an ihm. So hat Gott in der Kirche die einen als Apostel eingesetzt, die andern als Propheten, die dritten als Lehrer; ferner verlieh er die Kraft, Wunder zu tun, sodann die Gaben, Krankheiten zu heilen, zu helfen, zu leiten, endlich die verschiedenen Arten von Zungenrede. Sind etwa alle Apostel, alle Propheten, alle Lehrer? Haben alle die Kraft, Wunder zu tun? Besitzen alle die Gabe, Krankheiten zu heilen? Reden alle in Zungen? Können alle solches Reden auslegen?

Verschiedene Gaben des Geistes

Der Glaube, dass wir durch Christus in einem neuen Bund mit Gott stehen, wird vom heiligen Paulus mit dem Bild vom einen Leib Christi ausgedeutet. Christus ist das Haupt dieses Leibes. Die im Christusglauben Getauften sind Glieder dieses einen Leibes, denn sie sind beseelt vom einen und gleichen Geist, den Christus vom Vater her gebracht hat. Alle, welcher Herkunft oder Sprache, welchen Alters oder Geschlechtes, sind gleicher Würde in Christus, haben aber verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Als grundlegende „Ämter“ werden in 1 Kor 12,28f „Apostel, Propheten und Lehrer“ genannt

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Der Herr hat mich gesandt, den Armen die Frohe Botschaft zu bringen und den Gefangenen die Freiheit zu verkünden. Halleluja

Evangelium

Lk 1,1–4; 4,14–21

Vorwort – Erstes Auftreten in Galiläa – Ablehnung in Nazaret

Schon viele haben es unternommen, einen Bericht über all das abzufassen, was sich unter uns ereignet und erfüllt hat. Dabei hielten sie sich an die Überlieferung derer, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes waren. Nun habe auch ich mich entschlossen, allem von Grund auf sorgfältig nachzugehen, um es für dich, hochverehrter Theophilus, der Reihe nach aufzuschreiben. So kannst du dich von der Zuverlässigkeit der Lehre überzeugen, in der du unterwiesen wurdest.

Jesus kehrte, erfüllt von der Kraft des Geistes, nach Galiläa zurück. Und die Kunde von ihm verbreitete sich in der ganzen Gegend. Er lehrte in den Synagogen und wurde von allen gepriesen.

So kam er auch nach Nazaret, wo er aufgewachsen war, und ging, wie gewohnt, am Sabbat in die Synagoge. Als er aufstand, um aus der Schrift vorzulesen, reichte man ihm das Buch des Propheten Jesaja. Er schlug das Buch auf und fand die Stelle, wo es heisst: Der Geist des Herrn ruht auf mir; denn der Herr hat mich gesalbt. Er hat mich gesandt, damit ich den Armen eine gute Nachricht bringe; damit ich den Gefangenen die Entlassung verkünde und den Blinden das Augenlicht; damit ich die Zerschlagenen in Freiheit setze und ein Gnadenjahr des Herrn ausrufe. Dann schloss er das Buch, gab es dem Synagogendiener und setzte sich. Die Augen aller in der Synagoge waren auf ihn gerichtet. Da begann er, ihnen darzulegen: Heute hat sich das Schriftwort, das ihr eben gehört habt, erfüllt.

Einleitend erklärt Lukas wie ein griechischer Geschichtsschreiber seine Arbeit als Evangelist. Er hat schon andere Berichte über Jesus vorliegen (u. a. das Markusevangelium). Diese Berichte gehen auf „Augenzeugen“ zurück und auf die „Diener des Wortes“ (die zur Predigt und zur Niederschrift der Überlieferung fähig waren). Lukas verfasst ein neues Buch, um neuen Bedürfnissen zu entsprechen (zum Beispiel um für griechische oder römische Ohren verständlich zu sein). Dabei geht Lukas der Überlieferung „von Grund auf“ nach (Beispiel: Kindheitsevangelien, bestimmte Gleichnisse). Er sucht alles „sorgfältig“ und „der Reihe nach“ darzustellen, also in geeigneter literarischer Form. Ziel ist die „Zuverlässigkeit der Lehre“. Lk schreibt wohl um 80–90. Die Anfänge liegen zu seiner Zeit schon so weit zurück, dass die schriftliche Sicherung der Tradition nötig ist.
Im zweiten Abschnitt stellt uns Lukas die erste Predigt Jesu vor. Jesus spricht vor Juden, die sich oft gegen eine „neue“ Lehre sträubten, von der „Erfüllung“ einer alten Verheissung (Jesaja in der griechischen Fassung) über die Salbung durch den Heiligen Geist. Jesus selber ist der Gesalbte (Taufe am Jordan!), der die Frohbotschaft verkündet. Jesus erscheint bei Lukas als Geistträger. Mit ihm beginnt eine Erfüllungszeit. Jesus spricht vom „Heute“ des Heils. Gott schenkt dieses Heil durch Jesus als Licht und als Befreiung von Not und Belastung.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du bist gesandt, die Heilsbotschaft zu verkünden:

  • Hilf den Christen, deine Botschaft zu verstehen und glaubwürdig zu bezeugen.
  • Stärke die Diener des Wortes, die im Namen der Kirche das Evangelium verkünden.
  • Vertiefe die Einheit unter den Getauften durch das Hören auf dein Wort.
  • Befreie die Armen, die Unterdrückten und die Vereinsamten aus aller Not.
  • Lass uns selber mit offenem Herzen auf dein Wort hören und es zu eigen nehmen.
  • Gib uns die Gnade, zu verstehen, was du heute von uns erwartest.

Barmherziger Gott, du weisst um die Schwäche von uns Menschen. Bereite darum deine starke Hand schützend über uns aus. Im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Allmächtiger Gott, in deinem Mahl schenkst du uns göttliches Leben. Gib, dass wir dieses Sakrament immer neu als dein grosses Geschenk empfangen und aus seiner Kraft leben. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.

 
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