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Gotteswort

27. Februar 2018


Dienstag der 2. Fastenwoche

Keine Verlogenheit, sondern Wahrheit und Ehrlichkeit! Beide Lesungen kreisen um dieses Thema. Wahrhaftigkeit ist vor allem im religiösen Kontext (Gottesdienst!) gefordert. Ein echtes Gottesverhältnis wird dann auch das Verhalten zu den Mitmenschen prägen.

Kyrie

Christus, du bist unser Meister und Lehrer. Herr, erbarme dich.
Du hast dich erniedrigt und wurdest erhöht. Christus, erbarme dich.
Du hast dich zum Diener aller gemacht. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Herr, unser Gott, behüte deine Kirche und verlass sie nicht. Wir sind dem Tod verfallen und gehen ohne dich zugrunde. Hilf uns, alles zu meiden, was uns schadet, und zu suchen, was uns zum Heil dient. Darum bitten wir durch Jesus Christus, deinen Sohn, unseren Herrn und Gott, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Jes 1,10.16–20

Wahrheit vor Gott – Rechtsstreit Gottes mit seinem Volk

Hört das Wort des Herrn, ihr Herrscher von Sodom! Vernimm die Weisung unseres Gottes, du Volk von Gomorra! Wascht euch, reinigt euch! Lasst ab von eurem üblen Treiben! Hört auf, vor meinen Augen Böses zu tun! Lernt, Gutes zu tun! Sorgt für das Recht! Helft den Unterdrückten! Verschafft den Waisen Recht, tretet ein für die Witwen!

Kommt her, wir wollen sehen, wer von uns Recht hat, spricht der Herr. Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiss werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiss werden wie Wolle.

Wenn ihr bereit seid zu hören, sollt ihr den Ertrag des Landes geniessen. Wenn ihr aber trotzig seid und euch weigert, werdet ihr vom Schwert gefressen. Ja, der Mund des Herrn hat gesprochen.

Was Gott gefällt

Der Prophet apostrophiert gross und klein in Jerusalem mit den Namen verdorbener Städte. Nachdem er zuvor einen verlogenen, formalistischen Kult angeprangert hatte, mahnt er jetzt als Sprachrohr Gottes, alle Falschheit und Schlechtigkeit auszuräumen, aber sozial, gerecht und wohltätig zu handeln. Wenn sich das Volk ehrlich Gott zuwendet, verheisst der Prophet die volle Vergebung der Sünden und verspricht Leben statt Tod.

Antwortspalm

Psalm 50,8–9.16b–17.21.23


R: Wer rechtschaffen lebt, dem zeig ich mein Heil.


Nicht wegen deiner Opfer rüg ich dich,
deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.
Doch nehme ich von dir Stiere nicht an,
noch Böcke aus deinen Hürden.

«Was zählst du meine Gebote auf
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
Dabei ist Zucht dir verhasst,
meine Worte wirfst du hinter dich.

Das hast du getan und ich soll schweigen?
Meinst du, ich bin wie du?
Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.
Wer Opfer des Lobes bringt, ehrt mich;
wer rechtschaffen lebt, dem zeig ich mein Heil.»

Ruf vor dem Evangelium

Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre! Werft alle Vergehen von euch, die ihr verübt habt! Schafft euch ein neues Herz und einen neuen Geist! Herr Jesus, dir sei Ruhm und Ehre.

Evangelium

Mt 23,1–12

Worte gegen die Schriftgelehrten und die Pharisäer

Darauf wandte sich Jesus an das Volk und an seine Jünger
und sagte: Die Schriftgelehrten und die Pharisäer haben sich auf den Stuhl des Mose gesetzt. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach dem, was sie tun; denn sie reden nur, tun selbst aber nicht, was sie sagen. Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen.

Alles, was sie tun, tun sie nur, damit die Menschen es sehen: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, bei jedem Festmahl möchten sie den Ehrenplatz und in der Synagoge die vordersten Sitze haben, und auf den Strassen und Plätzen lassen sie sich gern grüssen und von den Leuten Rabbi (Meister) nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemand auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus.

Der Grösste von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

Subtile Versuchungen

Matthäus erklärt zu Beginn, dass Jesus zum Volk und zu den Jüngern spricht. Alle Christen sind also hier die Adressaten der Ausführungen Jesu. Jesus hatte vor der Scheinheiligkeit gewisser Pharisäer gewarnt (unter denen er auch Freunde zählte!). Wahrscheinlich war die judenchristliche Gemeinde des Matthäus nun, um 70 n. Chr., in eine heftige Kontroverse mit dem pharisäisch geleiteten Judentum verwickelt. Jedenfalls legt Matthäus eine Predigt von prophetischer Deutlichkeit vor. Die Christen sollen nicht auf die gleichen Versuchungen hineinfallen wie gewisse Pharisäer. Diese hatten ein vertieft religiöses Leben gewählt. Sie wollten sich auf das Wagnis des Glaubens einlassen, sich also ganz auf Gott verlassen. Doch, statt ihm zu vertrauen, suchten sie nun sich abzusichern, nämlich durch die eigene buchstäbliche Gesetzesbeobachtung. Auf sein eigenes Tun, statt auf Gott zu vertrauen, ist aber eine Karikatur des Glaubens. Dieser Pseudoglauben führt leicht zur Selbstüberschätzung, zu Scheinheiligkeit und zur Verachtung anderer. Matthäus mahnt, auf Christus zu hören. Und in der Christengemeinde sollen auch die Hochgestellten dienen.

Fürbitten

Christus du lehrst Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe:

  • Hilf allen, die predigen, selber ehrlich zu halten, was du lehrst.
  • Segne alle, die sich um Arbeit und Brot für ihre Mitmenschen bemühen.
  • Hilf allen Verantwortlichen im Staat, für soziale Gerechtigkeit zu wirken.
  • Du hast dich selbst erniedrigt: Bewahre uns vor Selbstüberschätzung und Heuchelei.

Barmherziger Gott, du bist der Vater aller Menschen, wir alle aber sind Brüder und Schwestern deines Sohnes. Hilf uns, seiner Weisung treu zu folgen. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch ihn, Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Gütiger Gott, du hast uns am heiligen Tisch gestärkt, damit wir bewusster in deiner Gegenwart leben. Bleibe uns nahe mit deinem Erbarmen und deiner Hilfe. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.