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Sonntagsgedanke – 29. Juli 2018

Heiligkeit ist mehr als Moral. Für sie ist es nie zu spät.

Heute wie je geben junge Eltern einem Kind, das ihnen geschenkt worden ist, einen Namen. Die Wahl des Namens ist dabei alles andere als ein Zufall: Die jungen Paare überlegen sich dabei im Gegenteil sehr viel – die Mütter meist noch mehr als die Väter. Was allerdings in einem – wenn man so will – «nachchristlichen» Zeitalter immer weniger geschieht, ist die bewusste Wahl eines Heiligen, den man dem Kind als Patron mit auf den Lebensweg geben möchte, weshalb das Kind dann auch ganz bewusst den Namen seines Patrons erhält.

Daher kommt es bei einer Taufe des Kindes, wenn man bei den Vorbereitungen nach dem Namenspatron des Kindes fragt, öfters vor, dass sich trotz der grossen Schar von Heiligen keiner findet, der den gewählten Namen trägt oder aber, dass sich mehrere Heilige als Patrone anbieten.

Letzteres war neulich der Fall für ein Kind, das bald getauft wird. Tatsächlich standen gleich zwei Heilige zur Wahl, also hiess es, sich entscheiden. Die eine der beiden Heiligen hätte den Eltern wegen ihres Herkunfts- und Wirkungsortes zwar zugesagt, aber sie fanden es etwas merkwürdig, dass sie eine Heilige ist: «Sie hat ja gar nichts spezielles getan; im Gegenteil: Sie hatte sogar mehrere Männer! Sie können wir doch unmöglich unserer Tochter zum Vorbild geben!»

Nun, dazu gäbe es vieles zu sagen, ich beschränke mich aber auf zwei Punkte, wobei ich mich kurzfasse:

1. Als Kirche verehren wir Einzelne dieses Leibes Christi, die uns im Tod vorangegangen sind, nicht zuerst deshalb als Heilige, weil wir ihr Leben in allen Einzelheiten kennen und zum Schluss kommen, dass sie sich als «Vorbilder» eignen. Nein: Viel wichtiger ist die Erfahrung, dass wir durch die Heiligen in unserer irdischen Bedürftigkeit Hilfe bekommen, womit sie uns auch einen Vorgeschmack des ewigen Lebens geben, das uns alle erwartet. Dabei müssen wir bedenken, dass die Schöpfung, die Welt nur eine ist. Die Heiligen sind Teil der selben Schöpfung, in die auch wir mit unserem Leben gestellt sind. Der «Himmel» ist nichts von der Erde «abgetrenntes»!

2. Der zweite Punkt ist damit auch schon angedeutet: Heiligkeit ist nicht Menschenwerk, sondern Gottes Werk! Kein Verstorbener kann unserer irdischen Bedürftigkeit und unseren Nöten zu Hilfe kommen, wenn er nicht in Christus ist – und Christus in ihm (und dadurch eben lebt)! Der Heilige ist ein Werk Jesu Christi. Kein Mensch kann sich selber dazu «machen». Dieses Werk ist Gnade, von der jeder Mensch jederzeit ergriffen werden kann. In diesem Moment spielt es keine Rolle, «wie viele Männer oder Frauen» jemand gehabt hat, ob er oder sie gar ein Verbrecher war. Denn dann beginnt etwas Neues! Für Heiligkeit ist es nie zu spät!

P. Daniel Emmenegger

 
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