Gotteswort

18. Februar 2019


Montag der 6. Woche im Jahreskreis

Menschen möchten „sein wie Gott“ und sich übermenschliche Kräfte dienstbar machen. Im Evangelium schlägt Jesus den allzu menschlichen Wunsch nach äusseren Machtzeichen ab. In der ersten Lesung will Kain seine Zukunft in die eigene Hand nehmen.

Kyrie

Christus, du schenkst die Gnade des Glaubens. Herr, erbarme dich.
Du gibst das Gebot der Bruderliebe. Christus, erbarme dich.
Du gibst das Gebot der Feindesliebe. Herr, erbarme dich.

Tagesgebet

Heiliger Gott, in Christus hast du den Völkern deine ewige Herrlichkeit offenbart. Gib uns die Gnade, das Geheimnis unseres Erlösers immer tiefer zu erfassen, damit wir durch ihn zum unvergänglichen Leben gelangen, der in der Einheit des Heiligen Geistes mit dir lebt und herrscht in alle Ewigkeit.

1. Lesung

Gen 4,1–15.25

Kain und Abel

Adam erkannte Eva, seine Frau; sie wurde schwanger und gebar Kain. Da sagte sie: Ich habe einen Mann vom Herrn erworben. Sie gebar ein zweites Mal, nämlich Abel, seinen Bruder. Abel wurde Schafhirt und Kain Ackerbauer. Nach einiger Zeit brachte Kain dem Herrn ein Opfer von den Früchten des Feldes dar; auch Abel brachte eines dar von den Erstlingen seiner Herde und von ihrem Fett. Der Herr schaute auf Abel und sein Opfer, aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht. Da überlief es Kain ganz heiss und sein Blick senkte sich. Der Herr sprach zu Kain: Warum überläuft es dich heiss und warum senkt sich dein Blick? Nicht wahr, wenn du recht tust, darfst du aufblicken; wenn du nicht recht tust, lauert an der Tür die Sünde als Dämon. Auf dich hat er es abgesehen, doch du werde Herr über ihn! Hierauf sagte Kain zu seinem Bruder Abel: Gehen wir aufs Feld! Als sie auf dem Feld waren, griff Kain seinen Bruder Abel an und erschlug ihn. Da sprach der Herr zu Kain: Wo ist dein Bruder Abel? Er entgegnete: Ich weiss es nicht. Bin ich der Hüter meines Bruders? Der Herr sprach: Was hast du getan? Das Blut deines Bruders schreit zu mir vom Ackerboden. So bist du verflucht, verbannt vom Ackerboden, der seinen Mund aufgesperrt hat, um aus deiner Hand das Blut deines Bruders aufzunehmen. Wenn du den Ackerboden bestellst, wird er dir keinen Ertrag mehr bringen. Rastlos und ruhelos wirst du auf der Erde sein. Kain antwortete dem Herrn: Zu gross ist meine Schuld, als dass ich sie tragen könnte. Du hast mich heute vom Ackerland verjagt und ich muss mich vor deinem Angesicht verbergen; rastlos und ruhelos werde ich auf der Erde sein und wer mich findet, wird mich erschlagen. Der Herr aber sprach zu ihm: Darum soll jeder, der Kain erschlägt, siebenfacher Rache verfallen. Darauf machte der Herr dem Kain ein Zeichen, damit ihn keiner erschlage, der ihn finde.

Adam erkannte noch einmal seine Frau. Sie gebar einen Sohn und nannte ihn Set (Setzling); denn sie sagte: Gott setzte mir anderen Nachwuchs ein für Abel, weil ihn Kain erschlug.

Der heimatlose Nachbarstamm

Die Keniter, Nachbarn der Hebräer und Nachkommen Kains, sind nicht mehr Nomaden, sondern bereits sesshafte Ackerbauern und Handwerker. Unser Verfasser preist das Opfer Abels und nimmt so Partei für das Nomadenleben und gegen die Gefahren der „Sesshaftigkeit“. – Der Verfasser erklärt nun die befremdliche Heimatlosigkeit der Keniter. Weil Kain Gottes Freiheit nicht anerkennt, sondern die Gleichbehandlung erzwingen will, kommt es zur Bluttat. Kain muss sich verantworten, wird zur Strafe heimatlos, aber nicht ausgelöscht. (Analogien zum Sündenfall im Paradies!) – Israel ist vor dem Verlust der Gottesgemeinschaft gewarnt. – Christen denken an das Blut Jesu, das stärker ruft als das „himmelschreiende“ Blut Abels. (Frisque; Schott)

Antwortspalm

Psalm 50, 1.8.16b–17.20–21


R: Bring Gott, dem Höchsten, als Opfer dein Lob!


Der Gott der Götter, der Herr, spricht,
er ruft der Erde zu
vom Aufgang der Sonne bis zum Untergang.
Nicht wegen deiner Opfer rüg ich dich,
deine Brandopfer sind mir immer vor Augen.

«Was zählst du meine Gebote auf
und nimmst meinen Bund in deinen Mund?
Dabei ist Zucht dir verhasst,
meine Worte wirfst du hinter dich.

Von deinem Bruder redest du schändlich,
auf den Sohn deiner Mutter häufst du Verleumdung.
Das hast du getan und ich soll schweigen?
Meinst du, ich bin wie du?
Ich halte es dir vor Augen und rüge dich.

Ruf vor dem Evangelium

Halleluja. Halleluja. Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben. Niemand kommt zum Vater, ausser durch mich. Halleluja.

Evangelium

Mk 8,11–13

Die Verweigerung eines Zeichens

Da kamen die Pharisäer und begannen ein Streitgespräch mit ihm; sie forderten von ihm ein Zeichen vom Himmel, um ihn auf die Probe zu stellen. Da seufzte er tief auf und sagte: Was fordert diese Generation ein Zeichen? Amen, das sage ich euch: Dieser Generation wird niemals ein Zeichen gegeben werden. Und er verliess sie, stieg in das Boot und fuhr ans andere Ufer.

Kein Wunderzeichen

Bei Markus hat Jesus unmittelbar zuvor ein Brotwunder zur Sättigung der Hungernden gewirkt. Nun fordern die Gegner ein (noch grösseres) Beglaubigungswunder. Jesus „stöhnt“. Wie für die Liebe gibt es für den Glauben keine „Beweise“, sondern allenfalls „Zeichen“. Diese sind ja bereits geschehen, aber selbst die Jünger tun sich schwer.

Fürbitten

Herr Jesus Christus, du schenkst die Gnade des Glaubens:

  • Steh deinen Gläubigen bei, dass sie ihre Hoffnung nicht auf sich selber setzen.
  • Führe die Christen zu einem geschwisterlichen Verhalten.
  • Schenke unserem Volk den Geist der Solidarität, um allen das tägliche Brot zu sichern.
  • Segne unsere Angehörigen und Wohltäter und alle, die sich unserm Gebet empfehlen.

Barmherziger Gott, schenke uns alles Nötige für dieses zeitliche Leben; und lass uns einst Erben deiner Verheissung werden. So bitten wir, im Heiligen Geist, durch Christus, unsern Herrn.

Schlussgebet

Gott, du Spender alles Guten, du hast uns das Brot des Himmels geschenkt. Erhalte in uns das Verlangen nach dieser Speise, die unser wahres Leben ist. Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.


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